Am 19. Dezember wurde die erwartete und breit diskutierte Amnestie
aus Anlass des 20. Jahrestages der russischen Verfassung (am 12.
Dezember 2013) offiziell bekanntgegeben.
Die Amnestie betrifft soll über 25.000 Personen zugute kommen,
insbesondere jugendlichen Straftätern (Personen, die zur Zeit ihrer
Straftat unter 18 Jahre alt waren), Invaliden, Müttern mit
minderjährigen Kindern und Personen, die sich um das Vaterland verdient
gemacht haben.
Da der Straftatbestand „Rowdytum“ in die Bestimmungen einbezogen ist,
fallen auch die beiden Mitglieder der Punkband Pussy Riot, Nadezhda
Tolokonnikova und Maria Aljochina, unter den Erlass, ebenso Personen,
deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist. Das gilt für die
inzwischen gegen Kaution freigelassenen Besatzungsmitglieder des
Greenpeace-Schiffs "Arctic Sunrise". Wie es heißt, könnte auch der
ehemalige Verteidigungsminister Anatolij Serdjukov einem Strafverfahren
entgehen.
Von den Personen, gegen die im Zusammenhang mit der Kundgebung auf
dem Bolotnaja-Platz am 6. Mai 2012 ermittelt wird, profitieren offenbar
nur vier von der Amnestie (von denen zwei in Untersuchungshaft einsaßen
und bereits entlassen wurden).
Nicht von der Amnestie betroffen sind der inzwischen freigekommene
Michail Chodorkovskij und Platon Lebedev, weil sie mehrfach verurteilt
wurden.
Die vorgeschriebenen bürokratischen Prozeduren
können die Verfahren durchaus noch in die Länge ziehen, bis zu sechs
Monaten. Die Hoffnung auf eine Freilassung etwa von Nadezhda
Tolokonnikova oder Maria Aljochina schon in den nächsten Tagen erwies
sich möglicherweise als verfrüht.
Arsenij Roginskij, Vorsitzender von MEMORIAL International, ist enttäuscht
vom Umfang der Amnestie: „Wir hatten auf eine viel umfassendere
Amnestie gehofft….“. Außerdem bestehe die Gefahr, dass nicht einmal alle
Personen, die für die Amnestie vorgesehen seien, wirklich in ihren
Genuss kämen. MEMORIAL International hatte in einer eigenen Erklärung zu diesem Anlass für eine möglichst umfassende Amnestie plädiert.
20.12.2013
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Freitag, 20. Dezember 2013
Freitag, 25. Oktober 2013
Aufruf zu einer Amnestie. Erklärung aus Anlass des zehnten Jahrestages der Verhaftung von Michail Chodorkovskij
Wird die Staatsmacht die Kraft finden, das Verhältnis zur Zivilgesellschaft neu zu gestalten?
Vor
zehn Jahren nahm eine Spezialeinheit am Novosibirsker Flughafen den
Chef des Erdölkonzerns „Jukos“, Michail Chodorkovskij, fest. Er war
gerade auf dem Weg nach Irkutsk, wo er auf dem Seminar „Business. Macht.
Gesellschaft“ sprechen wollte. Zwei Tage später sollte er an einer
Konferenz zivilgesellschaftlicher Organisationen in Moskau teilnehmen.
Dies hätte eine neue Etappe im Verhältnis der Wirtschaft zur
Zivilgesellschaft einleiten können.
Statt dessen jedoch ließ das Moskauer Basmannyj-Bezirksgericht
Chodorkovskij verhaften. Der Ausdruck „Rechtsprechung à la Basmannyj“
ist inzwischen zu einem geflügelten Wort geworden.
Zuvor
waren bereits die „Jukos“-Mitarbeiter Alexej Pitschugin und Platon
Lebedev auf Grund konstruierter Beschuldigungen inhaftiert worden.
Chodorkovskijs
Verhaftung läutete eine neue Phase in Russlands politischem Regime ein,
und das nicht nur, weil danach noch viele weitere Verhaftungen von
„Jukos“-Mitarbeitern folgten. Der Kampf gegen „Jukos“ und generell gegen
liberal eingestellte, unabhängige Akteure der Wirtschaft wurde zur
Ideologie des Regimes.
Die
Wirtschaft verlor ihre politische Selbstständigkeit. Die Unterstützung
einer von der Regierung unabhängigen Zivilgesellschaft durch russische
Unternehmen kam praktisch zum Erliegen. Es kam zu einer Welle
betrügerischer Verfahren, das Beispiel von „Jukos“ wiederholte sich
tausendfach. Mit fabrizierten Beschuldigungen wurden Unternehmer um ihr
Vermögen gebracht, von ihnen gegründete Firmen beschlagnahmt, und viele
kamen hinter Gitter.
Die
beiden Chodorkovskij-Prozesse haben das Gerichtswesen korrumpiert. In
vielen Punkten ist es heute sogar schlechter als seinerzeit die gelenkte
sowjetische Justiz. In Folge der Konfiszierung von Eigentum auf Grund
gefälschter Beschuldigungen entstand eine Schicht von „Unternehmern mit
Schulterstücken“. Spionage-Prozesse überzogen das Land, deren Opfer
bekannte Wissenschaftler wurden, und der internationale
wissenschaftliche Kontakt nahm erheblichen Schaden.
In
den vergangenen Jahren haben die „Geheimdienst-Oligarchie“, die
Verschmelzung von Wirtschaft und (Macht-)Bürokratie zu einer
präzedenzlosen sozialen Desintegration, einer in alle Bereiche
eindringenden Korruption, einem Kollaps der Rechtsprechung als
Institution, zu Kapitalflucht, massenhafter Emigration von Vertretern
der „Mittelklasse“ und zu ökonomischer Stagnation geführt.
Die
Zahl der politischen Gefangenen nimmt kontinuierlich zu. Die Verfahren
gegen „Pussy Riot“, der „Bolotnaja-Prozess“ gegen Teilnehmer der
Kundgebung am 6. Mai 2012, die Spionage-Prozesse gegen Wissenschaftler,
das Verfahren gegen die Ökologen im Gebiet Krasnodar sowie gegen die 30
Greenpeace-Aktivisten der „Arctic Sunrise“ zeigen, dass die Machthaber
elementare Rechtsnormen auf eklatante Weise missachten.
Das
Land befindet sich ganz offensichtlich in einer Sackgasse. In der
Gesellschaft wächst die Aggressivität, die jüngsten ethnischen
Ausschreitungen sind hier nur erste Symptome.
Werden
die Machthaber die Kraft finden, das Verhältnis zur Zivilgesellschaft
neu zu gestalten? Der beste Weg aus der Sackgasse wäre eine breit
angelegte Amnestie. Diese müsste unbedingt alle Personen einbeziehen,
gegen die politische oder betrügerische Wirtschaftsverfahren angestrengt
wurden, sowie alle Personen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer der
Strafjustiz waren. Dazu gehören zweifellos alle, die im Zusammenhang
mit „Jukos“ verfolgt wurden, die Greenpeace-Aktivisten und die
„Häftlinge des 6. Mai“.
Eine
solche umfassende Amnestie wäre die letzte Chance, die russische
Gesellschaft zu befrieden und einen realen Dialog zwischen ihr und den
Machthabern einzuleiten.
Ljudmila Alexejeva, Vorsitzende der Moskauer Helsinki-Gruppe
Valerij Borschtschev, Mitglied der Moskauer Helsinki-Gruppe
Svetlana Gannuschkina, Vorsitzende von „Grazhdanskoe sodejstvie“
Sergej Kovalev, Vorsitzender der Russischen Gesellschaft Memorial
Orleg Orlov, Mitglied des Menschenrechtszentrums Memorial
Lev Ponomarev, Direktor der Russischen Bewegung „Für Menschenrechte“
Alexander Tscherkasov, Leiter des Menschenrechtszentrums Memorial
Ernst Tschernyj, Sekretär des Komitees zum Schutz von Wissenschaftlern
Vater Gleb Jakunin, Mitglied der Moskauer Helsinki-Gruppe
Quelle: http://www.memo.ru/d/175765.html
Dienstag, 17. September 2013
Chodorkovskij an die Angeklagten im Bolotnaja-Prozess
In einem offenen Brief vom 11.09.2013 unterstützt Chodorkovskij die Angeklagten im so genannten Bolotnaja-Prozess:
Liebe
Freunde,
ich
denke, dass ich besser als viele andere verstehe, was ihr gerade empfindet,
nachdem ich unserem skrupellosen und unbarmherzigen „Rechts- und Vollzugssystem“
gegenüberstand.
Jeder
von uns hat Detektivgeschichten gelesen und hat Fernsehserien angeschaut, in
denen sich das Recht sogar gegen die größten Gesetzesbrecher
durchsetzt.
Ich
erinnere mich an das, was mich am meisten entsetzte: dass von Anfang an die
Person, die vorgab ein Richter zu sein, mich als eine niedrigere Lebensform
erachtete, etwa wie ein Leibeigener oder römischer Sklave, wobei der „Herr“ in
Uniform überhaupt nichts beweisen musste: seine Worte wurden für bare Münze
genommen, während meinen nur mit Verachtung zugehört wurde und ohne jede
Absicht, sie zu berücksichtigen.
Ich
rede noch nicht einmal über solche komplexe Grundsätze wie die
Unschuldsvermutung oder Sachen im Zweifel für den Angeklagten auszulegen usw.
„Sie“ könnten sich kaum weniger um das Recht scheren.
Jedoch
ist man am Anfang verletzt über die Weigerung, dich als menschliches Wesen
anzusehen, als einen Gleichen, der die Wahrheit erzählt, einfach weil es das
Richtige ist.
Donnerstag, 5. September 2013
To Russia with Love ....
Konzert und Forum für Menschenrechte in Russland
§
Am
7. Oktober 2013 im Kammermusiksaal der Philharmonie
Berlin
§
Ab
18 Uhr: freier Eintritt zum NGO-Informationsforum
§
18.30 Uhr: Diskussionsrunde zum
Thema „Wir lassen uns nicht einschüchtern – die russische Zivilgesellschaft
unter Druck“
§
20
Uhr: Konzert
Mit
GIDON
KREMER und der KREMERATA BALTICA, MARTHA ARGERICH, NICOLAS ALTSTAEDT, DANIEL BARENBOIM, KHATIA
BuniatishVili,
ROMAN KOFMAN, GiYa
Kancheli,
ELSBETH MOSER, Sergei
Nakariakov,
EMMANUEL PAHUD und dem
SHCHEDRYK-KINDERCHOR
Herausragende Musiker wie
Leonard Bernstein, Mstislaw Rostropowitsch oder Yehudi Menuhin haben zusammen
mit vielen anderen den Kampf für die Freiheit unterstützt. Diese Tradition
fortsetzend wollen die Kremerata Baltica und Gidon Kremer gemeinsam mit anderen
weltberühmten Künstlern auf die sich verschlechternde Menschenrechtslage in
Russland mit der Sonderveranstaltung „To Russia with Love“ aufmerksam machen.
Das musikalische Programm umfasst Werke russischer Komponisten wie Schostakowitsch, Tschaikowsky und Rachmaninow sowie die Premiere von
Giya Kanchelis „Angels of Sorrow“, das den unschuldigen Opfern unserer Zeit
gewidmet ist.
Gidon Kremer erklärt sein
Engagement für diesen besonderen Abend so: „Ich bin kein Politiker, doch ich
halte es mit Alexander Puschkin, der sagte, sein Platz sei auf der Bühne
und man müsse all den
‚guten Willen‘ einsetzen, den man als Künstler zur Verfügung habe.“ Kremer fügt
hinzu: „Ich habe das Glück, dass ich mit meiner Meinung nicht allein bin und
dass so viele tolle Freunde aus der Welt der Musik diese Konzertveranstaltung
unterstützen, um sich mit dem russischen Volk in seinem Kampf für Menschenrechte
zu solidarisieren.“
Von den friedlichen
Demonstranten des Bolotnaja-Platzes, auf die nun ein politischer Prozess wartet,
über die Verfolgung von Nichtregierungsorganisationen als „ausländische
Agenten“, die Drangsalierung von homosexuellen Menschen und LGBT-Aktivisten, die
Schikanierung von Menschenrechtsverteidigern und Umweltaktivisten, den im
Gefängnis verstorbenen Sergei Magnitsky bis hin zu den am längsten inhaftierten
politischen Gefangenen der neueren russischen Geschichte, Michail Chodorkowski
und Platon Lebedew: die Menschenrechte sind in Russland zunehmend in Gefahr. Die
heutigen Machthaber dulden keinerlei politische Kritik, auch nicht als Zeichen
einer gesunden Demokratie. Stattdessen werden Kritiker im heutigen Russland
verfolgt und für ihre Überzeugungen eingesperrt. In russischen Haftanstalten und
auf Polizeistationen gibt es nur unzureichenden Schutz vor Folter und
Misshandlungen. Politische Morde werden nicht hinreichend untersucht und
vielfach nie aufgeklärt. Die Gerichte sind nicht unabhängig und werden als
Mittel zur Unterdrückung eingesetzt. Der Kreml verfügt über ein
Informationsmonopol durch die staatlichen TV-Sender und unterdrückt unabhängige
Medien, um jegliche kritischen Stimmen zum Schweigen zu
bringen.
„To Russia with Love“
findet am 7. Oktober 2013 statt, dem
siebten Jahrestag der Ermordung der Journalistin und Regierungskritikerin Anna
Politkowskaja. Die Veranstaltung ist ihr gewidmet wie auch all den
anderen mutigen Menschen in Russland, die trotz aller Bedrohungen ihren Einsatz
für die Menschenrechte fortsetzen.
Menschenrechtsorganisationen wie
Amnesty International Deutschland, die Stiftung Menschenrechte, Memorial
Deutschland, der Verein Deutsch-Russischer Austausch, Reporter ohne Grenzen
Deutschland, das Lew Kopelew Forum und die Zeitschrift Osteuropa unterstützen
die Veranstaltung.
Peter Franck, Russlandexperte
von Amnesty International Deutschland, dazu: „Die Lage der russischen NGOs, mit
denen wir seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten, hat sich in den
letzten Monaten dramatisch zugespitzt. Wir sind alle Teil derselben
internationalen Zivilgesellschaft und unterstützen gerne die Initiative der
Kremerata Baltica und Gidon Kremers sowie der übrigen Musiker, mit dem Konzert
ein Zeichen der Solidarität zu senden.“
Vor dem Konzert findet im Foyer
eine Diskussionsrunde zur Menschenrechtslage in Russland statt. Dabei wird es
Gelegenheit zum Gespräch mit NGO-Vertretern geben, die Einblicke in ihre Arbeit
bieten. Darüber hinaus können die Gäste an Aktionen zugunsten politischer
Häftlinge teilnehmen und einen Beitrag zur Unterstützung von NGOs leisten, die
in Russland starkem Druck ausgesetzt sind.
Die Teilnahme an der
Diskussionsrunde und am NGO-Informationsforum ist kostenlos. Alle Künstler
treten ohne Gage auf.
Eintrittskarten für das
Konzert
Montag, 7. Oktober 2013, 20.00
Uhr
Kammermusiksaal der Philharmonie
Berlin
Preise: 67,30 € |
56,30 € | 45,30 € | 34,30 € – inkl. Buchungsgebühren
Hotline: 030 – 47
99 74 66 | Online: www.eventim.de
Weitere
Informationen: www.to-russia-with-love.org;
www.schoneberg.de
Dienstag, 6. August 2013
Oberster Gerichtshof hält an Chodorkovskij-Verurteilung fest
Moskau, 6. August 2013 – In einer heutigen
Berufungsverhandlung hat der Oberste Gerichtshof Russlands die Verurteilung des
früheren Jukos-Chefs und Kreml-Kritikers Michail Chodorkowski bestätigt.
Gleichzeitig verringerte das Gericht die Haftstrafe Chodorkowskis und seines
ehemaligen Geschäftspartners Platon Lebedew um jeweils zwei Monate. Hintergrund
für die Haftverkürzung ist die Annahme des Gerichts, die beiden hätten weniger
Öl ihres Unternehmens gestohlen als in dem ursprünglichen Urteil angenommen.
Somit könnte Chodorkowski im August 2014 freikommen, Lebedew im Mai 2014.
Chodorkowskis Strafverteidiger Wadim Kluwgant begrüßte zwar die Verkürzung der
Haftstrafe, kritisierte aber dennoch das Urteil des Obersten Gerichtshofs: „In
diesem Fall, einem sehr einfachen Fall, gibt es und gab es, wenn Sie die ganzen
Lügen und den ganzen Müll weglassen, keinen Grund für nur einen einzigen Tag
Strafe, von einer Dekade ganz zu schweigen." Chodorkowski und Lebedew sind
inzwischen seit zehn Jahren inhaftiert. Die Bundesregierung hatte das Vorgehen
gegen die beiden wiederholt als politisch motiviert kritisiert und ihre
sofortige Freilassung gefordert. Amnesty International hat die beiden als
politische gewaltlose Gefangene anerkannt.
Donnerstag, 25. Juli 2013
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte zu Chodorkovskij/Lebedev: Erstes Verfahren grundlegend unfair
Am heutigen 25. Juli 2013 veröffentlichte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg sein bereits lange ausstehendes Urteil zum Antrag von Michail Chodorkowski und Platon Lebedew bezüglich ihres ersten Gerichtsverfahrens, welches von 2004 bis 2005 stattgefunden hatte, sowie ihrer anschließenden Inhaftierung in Sibirien. Der EGMR fand mehrere schwere Verletzungen ihrer Grundrechte, die die Russische Föderation nun wiedergutmachen muss.
Insbesondere stellte das Gericht in
Paragraph 737 fest, dass das Verfahren grundlegend unfair war und gegen
Artikels 6 der Konvention verstoßen hat, insofern als die Aufnahme und Prüfung
von Beweismitteln durch das Gericht unfair war und die Anwalt-Mandaten-Vertraulichkeit
verletzt wurde. Das Gericht fand auch Verstöße gegen Artikel 8 der Konvention
in Bezug auf die Entsendung von Chodorkowski und Lebedew nach Sibirien zur
Verbüßung ihrer Strafe. Das Gericht kritisierte zudem den direkten Versuch, die
Anwälte, die am Europäischen Gerichtshof an dem Fall arbeiteten,
einzuschüchtern.
Donnerstag, 18. Juli 2013
Navalnyj zu 5 Jahren Haft verurteilt
Die Internationale Gesellschaft MEMORIAL und das Menschenrechtszentrum von
MEMORIAL bezeichneten den heutigen Urteilsspruch gegen Navalnyj und Pjotr
Ofizerov als politisch motiviert, ungerechtfertigt und rechtswidrig.
Das Urteil sei ein Beispiel für den repressiven Charakter des derzeitigen russischen Regimes. Russland habe nun zwei weitere Polithäftlinge.
Der Kirover Urteilsspruch löste weltweit Empörung aus: Amnesty International bezeichnet das Urteil als politisch bedingt und fordert die sofortige Freilassung von Navalnyj und Ofizerov. Die einschlägigen Unterlagen des Verfahrens sollten im Hinblick auf ein notwendiges zweites Verfahren unabhängigen Experten zur eingehenden Prüfung zugänglich gemacht werden. Sergej Nikitin, der russische A.I.-Vorsitzende, bringt das Urteil in Verbindung mit Navalnyjs politischem Engagement und insbesondere mit dessen Kampf gegen die allgegenwärtige Korruption.
Der Menschenrechtsbeauftragte des Auswärtigen Amts unterstreicht in seiner Erklärung, dass Navalnyjs Kandidatur als Bürgermeister von Moskau zu Fall gebracht würde, wenn das Urteil Rechtskraft erlangt.
Michail Chodorkovskij bezeichnet das Urteil als vorhersehbar und fragt sich, was die Staatsmacht eigentlich erreichen will. Die Ära des Unglaubens und der Gleichgültigkeit gehe jedoch allmählich zu Ende und jeder, der ohne Angst an Einzel-Mahnwachen teilnehme, tue etwas, um Russland im Namen des Patriotismus zu einem besseren Land zu machen.
Der populäre Oppositionelle Alexej Navalnyj und Pjotr Ofizerov wurden zu fünf und vier Jahren Haft und einer Strafe von je 500 000 Rubel verurteilt. Navalny soll 10 000 m3 Holz im Wert von 16 Mio Rubel unterschlagen haben.
Das Urteil sei ein Beispiel für den repressiven Charakter des derzeitigen russischen Regimes. Russland habe nun zwei weitere Polithäftlinge.
Der Kirover Urteilsspruch löste weltweit Empörung aus: Amnesty International bezeichnet das Urteil als politisch bedingt und fordert die sofortige Freilassung von Navalnyj und Ofizerov. Die einschlägigen Unterlagen des Verfahrens sollten im Hinblick auf ein notwendiges zweites Verfahren unabhängigen Experten zur eingehenden Prüfung zugänglich gemacht werden. Sergej Nikitin, der russische A.I.-Vorsitzende, bringt das Urteil in Verbindung mit Navalnyjs politischem Engagement und insbesondere mit dessen Kampf gegen die allgegenwärtige Korruption.
Der Menschenrechtsbeauftragte des Auswärtigen Amts unterstreicht in seiner Erklärung, dass Navalnyjs Kandidatur als Bürgermeister von Moskau zu Fall gebracht würde, wenn das Urteil Rechtskraft erlangt.
Michail Chodorkovskij bezeichnet das Urteil als vorhersehbar und fragt sich, was die Staatsmacht eigentlich erreichen will. Die Ära des Unglaubens und der Gleichgültigkeit gehe jedoch allmählich zu Ende und jeder, der ohne Angst an Einzel-Mahnwachen teilnehme, tue etwas, um Russland im Namen des Patriotismus zu einem besseren Land zu machen.
Der populäre Oppositionelle Alexej Navalnyj und Pjotr Ofizerov wurden zu fünf und vier Jahren Haft und einer Strafe von je 500 000 Rubel verurteilt. Navalny soll 10 000 m3 Holz im Wert von 16 Mio Rubel unterschlagen haben.
Freitag, 10. Mai 2013
MEMORIALs Jubiläum: Chodorkovskij gratuliert zu 20 Jahren Einsatz für Menschenrechte in Russland
Sehr geehrter deutscher Zweig
der Organisation Memorial,
sehr geehrter Herr von Radetzky,
vor zwanzig Jahren wurde Ihre
Einrichtung gegründet, um die bedeutsame Arbeit der Organisation Memorial
in Russland zu unterstützen. Seitdem widmen Sie sich der Aufgabe, die
Gesellschaft über die Gewaltherrschaft und die Opfer des stalinistischen
Regimes aufzuklären. Dabei fördern Sie konsequent das Wissen um die sich
zuspitzende Menschenrechtslage in Russland und unterstützen in der Praxis
Menschen- und Bürgerrechtsgruppen in Russland. Ihr Handeln übt direkten
Einfluss auf mein Land aus und trägt zur Entwicklung einer unbedingt
notwendigen Zivilgesellschaft bei. Ich möchte Ihnen zum zwanzigjährigen
Bestehen und zu Ihrem Erfolg gratulieren; darüber hinaus danke ich Ihnen für
den kontinuierlichen Beistand, den Sie mir in meiner persönlichen Angelegenheit
leisten.
In diesen schwierigen Zeiten ist
Ihre Arbeit von besonderer Bedeutung. Denn Ihre Freunde in der russischen Memorial-Organisation
gehörten zu den ersten, die während der letzten Aktionen der Staatsgewalt
Einschüchterungsversuchen ausgesetzt waren, mit dem Ziel, die Opposition zum
Schweigen zu bringen. Durch sein Handeln bringt sich der Kreml um die
Unterstützung durch die Gesellschaft und beeinträchtigt die Beziehung zu einem
aktiven Teil seiner Bevölkerung. Die politisch motivierte Verfolgung von nichtstaatlichen
Organisationen ist nicht zulässig. Sie schadet dem Aufleben einer
Zivilgesellschaft, die für die politische, wirtschaftliche und soziale
Modernisierung Russlands erforderlich ist.
In Gedanken bin ich bei Ihnen
und wünsche Ihnen für Ihre zukünftigen Tätigkeiten dieselbe Kraft und
Beharrlichkeit, die ich in all diesen Jahren verspürt habe. Da ich nun seit
annähernd zehn Jahren im Gefängnis sitze, bedeutet mir Ihre Unterstützung
unglaublich viel und ich bin sehr dankbar dafür.
Herzlichst, Ihr
Michail Borissowitsch
Chodorkowski
Straflager Kolonie Nr. 7,
Segescha (Republik Karelien)
S
Donnerstag, 10. Januar 2013
Einladung zur Buchvorstellung und Podiumsdiskussion
Michail Chodorkowski & Natalja Geworkjan: „Mein
Weg. Ein politisches Bekenntnis“
Wann: 24. Januar 2013, 18.30 Uhr
Wo: Kinosaal des Martin-Gropius-Baus, Niederkirchnerstraße
7, 10963 Berlin
#####
Mit:
- Pawel Chodorkowski, Sohn von Michail
Chodorkowski
- Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für
Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe
- Natalia Geworkjan, Journalistin und Co-Autorin
(angefragt)
- Peter Franck, Russlandexperte von Amnesty International
Deutschland
- Olaf Kühl, Autor
- Moderation: Nils Kreimeier, Capital
Seit einem Jahrzehnt ist der Regimekritiker und ehemalige Jukos-Chef Michail Chodorkowski der wohl prominenteste Häftling Russlands. Amnesty International hat ihn und seinen mitinhaftierten Partner Platon Lebedew als gewaltlose politische Gefangene anerkannt. Seine Verhaftung im Jahr 2003 war der Startschuss für die Aushöhlung des Rechtsstaates, die Verfolgung Oppositioneller und den Abbau demokratischer Grundrechte in Russland. Die Verurteilung der beiden Mitglieder von Pussy Riot im letzten Jahr, die Verschärfung verschiedener Gesetze zur Einschränkung zivilgesellschaftlicher Mitwirkungsrechte sowie die Anklage gegen den Oppositionellen Alexei Navalni sind die jüngsten Beispiele dieser Entwicklung.
Samstag, 27. Oktober 2012
10 Jahre Ungerechtigkeit ...
“Die
andauernde Inhaftierung meines Vaters hinterlässt eine bleibende schädliche
Auswirkung auf Russland, politisch und wirtschaftlich. Und seine Aussichten auf
eine Freilassung sind mit dem aktuellen politischen Klima
verbunden.“
Pawel Chodorkowski
Pawel Chodorkowski
Heute,
am 25. Oktober 2012, beginnt für Chodorkowski das zehnte Jahr seiner
Inhaftierung. Nachdem er zwei Schauprozessen ausgesetzt war, hat er bereits mehr
als die Hälfte seiner insgesamt 14-jährigen Haftstrafe verbüßt und könnte
eigentlich auf Bewährung freikommen. Doch der ehemalige Chef von Yukos verbüßt
weiter seiner Strafe im Straflager Nummer 7, einem ehemaligen Gulag in der Nähe
von Segescha in der Region Karelien. Kürzlich versuchte Marieluise Beck,
Sprecherin für Osteuropapolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen,
Michail Chodorkowski im Gefängnis zu besuchen.
Aber die Gefängnisleitung untersagte das Treffen, obwohl Chodorkowskis Eltern
eigens auf ihr Besuchsrecht verzichtet hatten. Chodorkowskis Martyrium und der
Mut, der sich in seinen Veröffentlichungen widerspiegelt, haben sein
öffentliches Image als spiritueller Führer der russischen Opposition weiter
verstärkt. Gleichzeit erhöht Präsident Wladimir Putin weiter den Druck auf das
Land - und der demokratische Westen sieht scheinbar tatenlos zu.
Donnerstag, 26. April 2012
MEMORIAL unterstützt Chodorkovskij-Schule
Erstmals in diesem Jahr hat MEMORIAL Deutschland die Arbeit des 1994 von Michail Chodorkovskij gegründeten Internats Podmoskovny durch eine einmalige Spende finanziell unterstützt.
Unsere Geste der Solidarität gilt einem pädagogischen Konzept, das die Kinder und deren Entwicklung in den Mittelpunkt stellt, um diesen ein selbstverantwortliches Leben als Bürger eines neuen Russland zu ermöglichen.
Dabei geht es darum, den Kindern aus sozial benachteiligten und gefährdeten Lebenssituationen Geborgenheit und ein Zuhause zu geben, und dies mit einer Ausbildung zu verbinden, die im Sinne ganzheitlichen Lernens ergänzt und bereichert wird durch Musik, Theater, Handwerk und Sport. Mit Hilfe eines hochqualifizierten Lehrkörpers ist es gelungen, zahlreiche Kinder regelmäßig zur Hochschulreife zu führen.
Das Internat kann bis zu 180 Kinder aus den verschiedensten Regionen Russlands aufnehmen:
- Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen;
- Kinder, die terroristische Anschläge wie 2002 auf das Moskauer Dubrovka-Theater während des Musicals Nord-Ost und Beslan (2004), aber auch den Georgienkrieg (2008) überlebt haben.
So verfügt das Internat auch über ein modernst eingerichtetes medizinisches Zentrum, das kinderärztliche Betreuung, physio- und balneologische Behandlung und vieles mehr im Rahmen der Trauma-Therapie anbietet.
Die Leistungen des Internats sind kostenfrei, es finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Seit Chodorkovskijs Inhaftierung hat es immer wieder Versuche gegeben, das Internat zu schließen. Der Grund und Boden, auf dem es steht, wurde bereits vom russischen Staat konfiziert.
Wir hoffen, mit unserer Spende einen kleinen Beitrag zum Fortbestehen dieser Schule zu leisten und würden uns sehr freuen, wenn Sie dieses Projekt mit weiteren Spenden unterstützen könnten (Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Konto-Nr. 3320000, Stichwort „Chodorkovskij-Schule“).
Dabei geht es darum, den Kindern aus sozial benachteiligten und gefährdeten Lebenssituationen Geborgenheit und ein Zuhause zu geben, und dies mit einer Ausbildung zu verbinden, die im Sinne ganzheitlichen Lernens ergänzt und bereichert wird durch Musik, Theater, Handwerk und Sport. Mit Hilfe eines hochqualifizierten Lehrkörpers ist es gelungen, zahlreiche Kinder regelmäßig zur Hochschulreife zu führen.
Das Internat kann bis zu 180 Kinder aus den verschiedensten Regionen Russlands aufnehmen:
- Kinder, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen;
- Kinder, die terroristische Anschläge wie 2002 auf das Moskauer Dubrovka-Theater während des Musicals Nord-Ost und Beslan (2004), aber auch den Georgienkrieg (2008) überlebt haben.
So verfügt das Internat auch über ein modernst eingerichtetes medizinisches Zentrum, das kinderärztliche Betreuung, physio- und balneologische Behandlung und vieles mehr im Rahmen der Trauma-Therapie anbietet.
Die Leistungen des Internats sind kostenfrei, es finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Seit Chodorkovskijs Inhaftierung hat es immer wieder Versuche gegeben, das Internat zu schließen. Der Grund und Boden, auf dem es steht, wurde bereits vom russischen Staat konfiziert.
Wir hoffen, mit unserer Spende einen kleinen Beitrag zum Fortbestehen dieser Schule zu leisten und würden uns sehr freuen, wenn Sie dieses Projekt mit weiteren Spenden unterstützen könnten (Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Konto-Nr. 3320000, Stichwort „Chodorkovskij-Schule“).
Mittwoch, 4. April 2012
Medvedev zur Begnadigung politischer Gefangener
Die Empfehlungen, die der Menschenrechtsrat beim Präsidenten der Russischen Föderation unter dem Vorsitz von Michail Fedotov zur Begnadigung politischer Gefangener vorgelegt hat, wurden von Präsident Medvedev abgelehnt. Grund der Ablehnung sei die Tatsache, dass keiner der genannten politischen Gefangenen ein entsprechendes Gesuch eingereicht habe. Nach Auffassung des Präsidenten setzt ein solches Gesuch darüber hinaus die Anerkennung der eigenen Schuld voraus. Diese Interpretation der Verfassung ist unter Experten durchaus umstritten. Der Menschenrechtsrat wird die Frage der Begnadigung anlässlich des nächsten Treffens mit dem Präsidenten am 28. April erneut zur Sprache bringen. Auf der Liste der politischen Gefangenen finden sich neben den Jukos-Verantwortlichen Chodorkovskij, Lebedev und Pitschugin auch der Physiker Danilov, Sergej Mochnatin, ein Teilnehmer der Strategie-31-Bewegung sowie Aktivisten von „Das andere Russland“.
Mittwoch, 7. März 2012
Human Rights Watch appelliert an Putin
Die internationale Menschenrechtsorganisation ruft den neu gewählten russischen Präsidenten Putin auf ihrer Internetseite am 6. März 2012 dazu auf, die angekündigten Reformen des Landes unverzüglich in den ersten 100 Tagen seiner Amtsführung auf den Weg zu bringen. Dies gelte insbesondere für die Vereinfachung der Anmeldung politischer Parteien und die Wiedereinführung der Direktwahl der Gouverneure.
Der Präsident müsse auch weiterhin friedliche Proteste zulassen und insgesamt eine Atmosphäre schaffen, die die ungehinderte Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen und deren Aktivisten ermögliche.
Nach Ansicht der Menschenrechtsorganisation müsse der Präsident zudem eine radikale Reform der Polizei einleiten, um den Ausschreitungen durch die Sicherheitskräfte ein Ende zu setzen. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Michail Chodorkovskij und Platon Lebedev sollten eingestellt werden.
Der amerikanische Botschafter in Moskau, Michael McFall, äußerte sich auf seinem Twitter besorgt über die Festnahme von Teilnehmern an den Aktionen, die die Opposition am 5. März in Moskau organisiert hatte. So sei es auf dem Puschkin-Platz zu Festnahmen von friedlichen Demonstranten gekommen. Versammlungs- und Meinungsfreiheit seien unversal gültige Rechte.
Montag, 5. März 2012
Chodorkovskij: Sieben Thesen zur Veränderung der Machtverhältnisse in Russland
In seinem Beitrag für gazeta.ru vom 29.02.2012 appelliert Chodorkovskij an die Opposition, jede Form von Radikalisierung, die den eigentlichen Sinn von Massenprotesten verfälschen und Machthabern wie Putin in die Hände spielen würde, zu vermeiden, die Massenproteste fortzusetzen und die Einheit der Bewegung zu wahren.
Chodorkovskij spricht von einem „qualitativen Wandel“ der politischen Lage in Russland und geht davon aus, dass das versprochene neue Parteiengesetz und die Wiedereinführung der Wahl der Gouverneure auf lange Sicht einen einen grundlegenden politischen Wandel herbeiführen könnten.
In sieben Thesen zur Veränderung der Machtverhältnisse in Russland wird unterstrichen, dass eine Aufspaltung der Organisatoren der Massenproteste in konkurrierende Gruppen unbedingt vermieden werden muss – im Kreml warte man nur darauf! Dass es wichtig sei, seine Stimme abzugeben, dies auch, um eine Stichwahl im zweiten Wahlgang zu erreichen. Dass die Bildung einiger weniger Parteien, zwei bis drei, die an die Stelle der alten Opposition treten würden, erfolgversprechender sei als eine Aufsplitterung der Parteienlandschaft. Das es ebenso wichtig sei, sich an den Gouverneurswahlen zu beteiligen. Und schließlich sollte auch das Potential derer aus Putins Umfeld, die die Notwendigkeit eines Wandels verstanden haben, genutzt und eingesetzt werden.
Mittwoch, 23. November 2011
Khodorkovskij-Dokumentarfilm von Moskauer Filmtheatern zurückgezogen
19 von insgesamt 20 Moskauer Filmtheatern verzichteten nach einer Meldung der russischen Zeitung Kommersant vom 22.11.2011 auf den Verleih des Khodorkovskij-Dokumentarfilms von Cyrill Tuschi.
Der Film wird, wie Kommersant weiter berichtete, lediglich in den Moskauer Filmtheatern Eldar, Fotoloft im Vinsavod-Komplex gezeigt. Eine einmalige Vorführung des Films ist am 2. Dezember im Filmtheater Khudozhestvennij geplant.
Auch aus St. Petersburg, Novosibirsk und weiteren Städten der Russischen Föderation gingen entsprechende Absagen ein. Die Freigabe für den Verleih wurde also zum Scheitern gebracht. Die Firma Kinoclub, die die Rechte an dem Film besitzt, erklärte, dass einige Filmtheater nach entsprechenden Hinweisen der Behörden vom Verleih zurückgetreten sind.
Sonntag, 13. November 2011
Chodorkovskij-Film in Berliner Kinos ab 17.11.2011
Cyril Tuschi's Chodorkovskij hat auf dem diesjährigen Internationalen Dokumentarfilmfestival vom 04.-11. Mai 2011 in München den Preis für den besten internationalen Dokumentarfilm gewonnen.
Der Film war vor seiner Premiere auf der Berlinale am 14. Februar 2011 aus dem Büro des Regisseurs in Berlin-Mitte gestohlen worden, konnte jedoch dennoch gezeigt werden, weil der Berlinale zuvor ein Exemplar zugestellt worden war.
Auf Initiative der Grüne/EFA-Fraktion wurde der Film bereits am 23. März im EU-Parlament gezeigt.
Ab 17.11.2011 wird er in folgenden Berliner Kinos gezeigt: Central, Kant, Krokodil, Kulturbrauerei und Passage.
Weitere Informatinen finden Sie unter www.derfallchodorkowski.de
Ab 17.11.2011 wird er in folgenden Berliner Kinos gezeigt: Central, Kant, Krokodil, Kulturbrauerei und Passage.
Weitere Informatinen finden Sie unter www.derfallchodorkowski.de
Deutschlandweit wird der Film in folgenden Kinos gezeigt:
Augsburg: Thalia
Berlin: Central, Kant, Kino Krokodil, Kulturbrauerei*, Passage
Bielefeld: Lichtwerk Filmtheater
Bremen: Atlantis Filmtheater*
Dresden: Schauburg*, Casablanca
Düsseldorf: Metropol*
Essen: Astra
Frankfurt: Harmonie*
Freiburg: Harmonie
Hamburg: Kino 3001*, Koralle-Kino*
Hannover: Kino am Raschplatz*
Heidelberg: Gloria*
Karlsruhe: Schauburg-Theater*
Köln: Cinenova*
Leipzig: Passage*
Mainz: Palatin Kino
Mannheim: Odeon
München: Neues Monopol*, Atelier*
Nürnberg: Metropolis
Osnabrück: Cinema Arthouse
Stuttgart: Atelier am Bollwerk*
Wiesbaden: Caligari*
Wuppertal: Cinema
Sonntag, 2. Oktober 2011
Demonstration "Let Him Go! Now!" am 29.10.2011 in Berlin
Die studentische Vereinigung „Behind Bars“ der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main http://www.facebook.com/behindbarsfrankfurt plant eine Demonstration zum Jahrestag der Inhaftierung von Mikhail Khodorkovsky, die über den Fall Khodorkovsky hinaus ein starkes Signal angesichts der aktuellen politischen Entwicklung in Russland aussenden und die tiefe Besorgnis über die fortschreitende Degradierung rechtsstaatlicher Standards durch die russische Rechtsprechung zum Ausdruck bringen will.
Dienstag, 20. September 2011
Straßburger Gerichtshof verkündet Urteil zu Yukos-Klage - Kommentar von Vera Vassiljeva
Das Urteil kritisiert Grundrechtsverletzungen bei den Steuerverfahren gegen Chodorkovskij, erklärt jedoch auch, dass das juristische Vorgehen gegen den Konzern insgesamt rechtens gewesen sei.
Yukos hatte am 23.04.2004 in Straßburg geklagt.
Yukos hatte am 23.04.2004 in Straßburg geklagt.
Eine politisch motivierte versteckte Enteignung oder bewusste Zerschlagung des Yukos-Konzerns habe es nicht gegeben, urteilt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.
Vera Vassiljeva, Korrespondentin des russischen Menschenrechtsportals hro.org, kommentiert am 21.09.2011 den Straßburger Richterspruch zur Yukos-Klage:
Der Konzern sei nicht aus politischen Gründen diskriminiert worden?
Das habe der Ermittler im Pitschugin-Prozess, Alexander Bannikov, ganz anders gesehen. Und gesagt.
Auch die Weigerung einiger Staaten, die Auslieferung ehemaliger Yukos-Mitarbeiter abzulehnen, weil es sich um politische Flüchtlinge handele, passe nicht so recht ins Bild.
Möglicherweise sei der Begriff schlecht gewählt, und es wäre besser von persönlichen, materialistischen Gründen zu sprechen?
Svetlana Gannushkina, Vorsitzende des Flüchtlingshilfswerks „Bürgerbeteiligung“ und Mitglied des Menschenrechtszentrums von MEMORIAL, habe der Autorin gegenüber erklärt, dass in der Yukos-Sache weder nach objektiven noch nach sachlichen Kriterien verhandelt würde. Schon 2003 habe sie bei einem Treffen mit dem damaligen Präsidenten Putin zu Menschenrechtsfragen den Eindruck gewonnen, dass dieser sowohl auf den Menschen Chodorkovskij als auch auf den Prozess äußerst emotional reagierte.
Dieser Eindruck wird durch den Chefredakteur der polnischen Gazeta Wyborcza, Adam Michnik, bestätigt, dem in einer Diskussion am 6. September 2010 im internationalen Waldai-Klub die sehr persönliche Reaktion Putins in der Sache Chodorkovskij aufgefallen war.
Ist der Yukos-Konzern also ein Opfer persönlicher Antipathie von Seiten Putins? Diese Feststellung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs steht noch aus …
Montag, 27. Juni 2011
Festnahmen auf Moskauer Solidarkundgebung für Chodorkovskij am 26. Juni 2011
Zehn Personen wurden nach Informationen von Echo Moskvy am Sonntag in Moskau auf der Veranstaltung anlässlich des Geburtstags von Michail Chodorkovskij festgenommen.
Die Kundgebung, zu der etwa 300 Personen gekommen waren, verlief zunächst ungestört. Die Polizei griff jedoch ein, als Aktivisten von einem Hausdach aus ein Plakat mit der Aufschrift „Herzlichen Glückwunsch, Michail Chodorkovskij! Wir wünschen Ihnen die Freiheit!“ entrollten, Flugblätter mit der abschließenden Erklärung Chodorkovskijs vor dem Moskauer Bezirksgericht verteilten und salutierten.
Auf der Petersburger Solidarkundgebung für Chodorkovskij, zu der auch Jurij Schmidt, einer der Anwälte Chodorkovskijs, sowie die Schriftstellerin Nina Katerli, der Menschenrechtler und ehemalige Duma-Abgeordnete Jurij Rybakov und Olga Kurnosova, die Vertreterin der oppositionellen Bewegung „Vereinigte Bürgerfront“ (OGF), gekommen waren, versammelten sich am Sonntagabend trotz schlechten Wetters etwa 200 Personen. Olga Kurnosova bezeichnete den Moskauer Richterspruch als eine „Verurteilung der Zukunft“.
Dienstag, 31. Mai 2011
Niederlage Chodorkovskijs vor Europäischem Menschenrechtsgerichtshof
Der Gerichtshof hat die Klage Chodorkovskijs gegen die russische Willkürjustiz heute in wesentlichen Teilen abgewiesen. Der Prozess gegen den Kläger sei nicht politisch motiviert.
Allerdings erkannten die Richter die Verletzung des Verbots unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung aufgrund der Bedingungen während der Untersuchungshaft Chodorkovskijs und dessen Behandlung im Gerichtssaal einstimmig an.
Das Urteil muss als Niederlage Chodorkovskijs in der Auseinandersetzung mit der russischen Justiz gewertet werden.
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