Das russische Justizministerium hat der Wahlbeobachterorganisation GOLOS
jede Tätigkeit für die Dauer von 6 Monaten untersagt.
Begründet wird die Entscheidung damit, dass die Organisation sich nicht als
ausländischer Agent registrieren ließ, wie es das neue sog. Agentengesetz
vorschreibt, wenn eine Nichtregierungsorganisation Geld aus dem Ausland erhält.
GOLOS, die einzige unabhängige Wahlbeobachtergruppe in Russland, geriet als
erste ins Visier der Justiz. Ihre systematischen Wahlbeobachtungsaktionen
trugen maßgeblich zur Aufdeckung von Wahlfälschungen bei den letzten Duma- und
Präsidentschaftswahlen bei. Das jetzt ausgesprochene Arbeitsverbot betrifft allerdings
auch die Nutzung von Bankkonten, mit Ausnahme der Zahlungen aufgrund von
Arbeitsverträgen sowie die Überweisung von Steuergeldern, Geldstrafen und
sonstige Zahlungsverpflichtungen.
Was die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland angeht, so hatte gerade
GOLOS nach Inkrafttreten des sog. Agentengesetzes ausdrücklich auf ausländische
Förderung verzichtet und auch den Geldbetrag im Zusammenhang mit dem
Sacharov-Preis, der ihr vom Norwegischen Helsinki-Komitee im Oktober 2012
zuerkannt wurde, nicht angenommen, sondern die Bank angewiesen, das Preisgeld zurück
zu überweisen.
Die Organisation erklärte, mit Maßnahmen dieser Art gerechnet und
entsprechende Schritte zur Selbstauflösung unternommen zu haben, um einer
strafrechtlichen Verfolgung ihrer Verantwortlichen zuvor zu kommen.
Freitag, 28. Juni 2013
Mittwoch, 26. Juni 2013
Herzlichen Glückwunsch, Michail Chodorkovskij!
MEMORIAL Deutschland schließt sich den vielen Tausend
Menschen an, die überall auf der Welt Ihnen heute zu Ihrem 50. Geburtstag
gratulieren.
In zehn Jahren Haft haben Sie sich unermüdlich, ohne
Rücksicht auf persönliche Gefahren für mehr Demokratie in Russland eingesetzt
und über Ihr eigenes Schicksal hinaus Recht und Freiheit für all jene
gefordert, die unrechtmäßig verurteilt und inhaftiert werden.
Sie haben auch immer wieder an die Bedeutung einer lebendigen
Zivilgesellschaft erinnert. Bürgerschaftliches Engagement sei unerläßlich für
die politische und soziale Modernisierung Russlands. Denn gerade in den letzten
Jahren werden die zivilgesellschaftlichen Organisationen massiver
Einschüchterung seitens des russischen Staates ausgesetzt und in ihrer Arbeit
konsequent behindert.
Wir hoffen, dass der Beschluss des Stadtgerichts Moskau vom
20.12.2012 über die Verkürzung Ihrer Haftstrafe auf 11 Jahre im kommenden Jahr auch
tatsächlich umgesetzt wird und wir Ihnen in 2014 als freier Bürger Ihres Landes
zum Geburtstag gratulieren können!
Das Video-Grußwort des Vorstands von MEMORIAL Deutschland finden Sie auf http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XWgZJBEGfo0
und www.khodorkovsky.com
Das Video-Grußwort des Vorstands von MEMORIAL Deutschland finden Sie auf http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XWgZJBEGfo0
und www.khodorkovsky.com
Freitag, 21. Juni 2013
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Swetlana Alexijewitsch
MEMORIAL Deutschland begrüßt die Entscheidung des
Stiftungsrats des Deutschen Buchhandels, den diesjährigen Friedenspreis der
weißrussischen Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch zu verleihen.
Nach Liao Yiwu im vergangenen Jahr und Boualem Sansal 2011
geht der diesjährige Preis an eine Schriftstellerin, die wie ihre Vorgänger mit
viel Mut und Energie denjenigen ihrer Landsleute eine Stimme verleiht, die von
Staats wegen nicht gehört werden sollen.
In der Tradition der sogenannten kollektiven Novelle ihres
Schriftstellerkollegen Ales Adamowitsch thematisiert sie aus größtmöglicher
Nähe den Alltag ihrer Mitmenschen. Diese Gespräche und Interviews sind auch die
Grundlage ihres neuesten Buches „Second-Hand-Zeit“. Swetlana Alexijewitsch,
deren Bücher in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden, fragt - gleichsam als
moralische Instanz -, ob Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit nicht die besseren
Alternativen zur heutigen Lebenswelt der Menschen in Weißrussland, Russland und
der Ukraine wären.
Wir empfehlen in diesem Zusammenhang auch die Artikel in der
FAZ vom 20. und 21.06.2013.
Freitag, 14. Juni 2013
In Sachen NGO-Kampagne ...
Nach Meldung des russischen Nachrichtenportals hro.org vom
14./18.und 22.06.2013
- reicht der Moskauer Fonds „Gesellschaftliches Verdikt“
Klage gegen die Überprüfung seiner Arbeit durch die Staatsanwaltschaft ein;
dies gilt auch für die Anordnung der Staatsanwaltschaft, sich als
„ausländischer Agent“ registrieren zu lassen;
- lehnte das Gericht des Moskauer Presnenski-Bezirks die
Berufung der zum Schutz der Wählerrechte gegründeten Organisation „Golos“ ab -
die Organisation habe die Rechte und Pflichten einer
Nichtregierungsorganisation verletzt und sei als „ausländischer Agent“ tätig
gewesen;
- erklärte Alexander Tscherkassov, Vorsitzender des
Menschenrechtszentrums von MEMORIAL, dass es
nicht darauf ankomme, das sog. Agentengesetz zu umgehen. Dieses Gesetz sei
rechtswidrig, der russische Gesetzgeber müsse in Straßburg von den betroffenen
zivilgesellschaftlichen Organisationen verklagt werden;
- verurteilte das Gericht des Moskauer Tverskoi-Bezirks die Vorsitzende der Bewegung "Staatsbürgerliche Zusammenarbeit", Svetlana Gannuschkina, am 18.06.2013 zu einer Geldstrafe von 2 000 Rubel wegen Nichterfüllung der nach Art. 17.7 des russischen Verwaltungskodex KoAP erhobenen Forderungen der Staatsanwaltschaft. Gannuschina kündigte an, dass sie Berufung einlegen wird;
- hätten russische Spezialeinheiten in der Nacht zum 22. Juni 2013 das Büro des renommierten Menschenrechtlers L. Ponomarjow gestürmt, weil der Mietvertrag seiner Organisation "Für Menschenrechte" abgelaufen sei. Ponomarjow bestreitet dies. MEMORIAL-Vertreter bezeichneten die Gewaltanwendung als unverhältnismäßig.
- verurteilte das Gericht des Moskauer Tverskoi-Bezirks die Vorsitzende der Bewegung "Staatsbürgerliche Zusammenarbeit", Svetlana Gannuschkina, am 18.06.2013 zu einer Geldstrafe von 2 000 Rubel wegen Nichterfüllung der nach Art. 17.7 des russischen Verwaltungskodex KoAP erhobenen Forderungen der Staatsanwaltschaft. Gannuschina kündigte an, dass sie Berufung einlegen wird;
- hätten russische Spezialeinheiten in der Nacht zum 22. Juni 2013 das Büro des renommierten Menschenrechtlers L. Ponomarjow gestürmt, weil der Mietvertrag seiner Organisation "Für Menschenrechte" abgelaufen sei. Ponomarjow bestreitet dies. MEMORIAL-Vertreter bezeichneten die Gewaltanwendung als unverhältnismäßig.
Montag, 10. Juni 2013
VN: Tiefe Besorgnis über gerichtliches Vorgehen gegen russische NGOs
Nach Mitteilung von Rosbalt mit Bezug auf das
Informationszentrum der VN erklärten Claudio Grossman, Vorsitzender der
VN-Komitees zur Verhütung von Folter, und George Tugushi, Berichterstatter des
Komitees gegen Repression, dass das MEMORIAL Zentrum St. Petersburg und der
Moskauer Fonds „Gesellschaftliches Verdikt“ jeweils im April und Mai beschuldigt
wurden, das Gesetz über die Registrierung als „ausländische Agenten“ verletzt zu
haben. Nach Grossman und Tugushi basiert die Anklage auf Auszügen aus Untersuchungen,
die dem Komitee im November vergangenen Jahres vorgelegt wurden.
In ihrem Schreiben
an den Ständigen Vertreter der Russischen Föderation in Genf, Alexej
Borodavnik, bitten die VN-Experten um dringende Klärung der Situation und
Zusicherung, dass weder MEMORIAL noch der Fonds „Gesellschaftliches Verdikt“,
noch jedewede andere NGO für „legitimes Handeln, einschließlich der
Weiterleitung von Informationen an das Komitee zur Verhütung von Folter“
gerichtlich verfolgt werden.
Die Experten unterstreichen, dass das Vorgehen der
Staatsanwaltschaft gegen MEMORIAL und
den Fonds „Gesellschaftliches Verdikt“ Teil jener gesetzlichen Neuerungen zum
Recht auf Versammlungs- und
Meinungsfreiheit sei, die große Besorgnis hervorriefen.
Seit März 2013 führt die Staatsanwaltschaft in
zahlreichen Regionen Russland massive Überprüfungen von NGO’s durch. Die
Organisation „Golos“ wurde bisher als erste zum „ausländischen Agenten“ erklärt
und zu einer Strafe von 300.000 Rubel verurteilt.
Mehr auf http://www.khodorkovsky.com/memorial-rejects-notion-of-alleged-russia-bashing-in-germany/
Mehr auf http://www.khodorkovsky.com/memorial-rejects-notion-of-alleged-russia-bashing-in-germany/
Freitag, 7. Juni 2013
"Russland-Bashing": MEMORIAL richtet Leserbrief an DIE ZEIT
In ihrer Ausgabe Nr. 23 vom 29.05.2013 veröffentlicht DIE
ZEIT einen Beitrag von Gernot Erler, der ein Ende des „Russland-Bashings“
fordert. MEMORIAL Deutschland richtete dazu am 31.05.2013 folgenden Leserbrief an
die Redaktion der ZEIT:
„Mit besonderem Interesse haben wir den Beitrag von Herrn
Gernot Erler in Ihrer Ausgabe Nr. 23 vom 29.05.2013 über das „Russland-Bashing“
gelesen, mit dem nunmehr Schluss sein müsse.
Wir möchten in diesem Zusammenhang ausdrücklich an die
Debatte und Entschließung des Bundestags vom November vergangenen Jahres zur
Stärkung von Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit in Russland erinnern.
Auch Herr Erler hatte damals seine Besorgnis über das Verhalten der russischen
Regierung geäußert. Sie habe sich gegen einen Dialog mit der Opposition
entschieden und viele Hoffnungen enttäuscht. Dabei ging es vor allem darum,
eine „umfassende Modernisierungspartnerschaft“ mit Russland zu entwickeln, die
über die wirtschaftlich-technologische Zusammenarbeit hinaus auch auf
Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Zivilgesellschaft und
bürgerliches Engagement abzielt.
Von einer inhaltlichen Umsetzung dieser
Modernisierungspartnerschaft kann insbesondere nach Inkrafttreten des sog.
Agentengesetzes am 21.11.2012, kaum die Rede sein. Vielmehr wurde der Druck auf
die zivilgesellschaftlichen Organisationen – angefangen bei Umweltverbänden bis
hin zu Menschenrechtsorganisationen und Meinungsforschungseinrichtungen - durch Untersuchungen seitens
Staatsanwaltschaft, Justizministerium und Steuerbehörden massiv verstärkt.
Einschüchterung scheint das Ziel zu sein.
Das Ausbleiben entsprechender Initiativen der russischen
Führung – denn nur diese steht ja in der Kritik – wird immer wieder Anlass zum
genannten „Bashing“ an den russischen Verhältnissen geben. Es muss also an
Russlands Führung sein, mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu wagen und
damit nicht zuletzt auch den Rechten und Pflichten eines Mitgliedsstaats des
Europarats nicht nur rhetorisch, sondern de facto überzeugend Ausdruck zu
verleihen.“
Mittwoch, 5. Juni 2013
Voraussetzungen für NGO-Überprüfungen werden erweitert
Die für Gesetzgebungsfragen zuständige
Regierungskommission hat einen Gesetzentwurf des Justizministeriums
gebilligt, der zusätzliche Möglichkeiten für die außerplanmäßige
Überprüfung von Nichtregierungsorganisationen/NGOs vorsieht, sofern
Informationen über Gesetzesverletzungen durch diese Organisationen
vorliegen.
Der Gesetzentwurf wurde aufgrund einer Anweisung des
russischen Präsidenten vom 12.11.2012 ausgearbeitet. Dies berichtet
lenta.ru mit Bezug auf eine entsprechende Nachricht, die am Dienstag,
dem 04.06.13 auf der Webseite der russischen Regierung eingestellt wurde
(http://government.ru/activities/2256).
Anlass für eine Überprüfung kann z. B. sein, dass
eine NGO die in einer Verwarnung genannte Frist zur Beseitigung
angeblicher Rechtsverstöße nicht eingehalten hat. Weitere Gründe können
Informationen über Gesetzesverletzungen oder eine vermeintliche
extremistische Tätigkeit einer NGO sein.
Bisher wurden mit dem Verband „Golos“/Die Stimme und
dem Zentrum zur Unterstützung gesellschaftlicher Initiativen in
Kostroma zwei Organisationen benannt, die die Registrierung als
„ausländischer Agent“ verweigerten.
Besondere Aufmerksamkeit erregte in diesem
Zusammenhang die Verwarnung der Staatsanwaltschaft an eine bei Moskau
arbeitende Hilfsorganisation für Mukoviszidose-Kranke.
Quelle: lenta.ru/news/2013/06/04/widen/
Freitag, 24. Mai 2013
MEMORIAL vor Gericht abgewiesen
Die Eingabe der Internationalen Gesellschaft MEMORIAL
und des dazugehörigen Menschenrechtszentrums bezüglich des rechtswidrigen
Vorgehens der Staatsanwaltschaft wurde nach
Korrespondentenmitteilung über Interfax heute durch das Moskauer
Bezirksgericht abgewiesen.
Die Gesellschaft hatte die Einstellung der Überprüfung
gefordert.
Das Gericht gab dem nicht statt und erklärte, dass die
von der Generalstaatsanwaltschaft veranlasste Überprüfung dazu diente
festzustellen, ob die Organisation die föderalen Gesetze einhalte.
Donnerstag, 23. Mai 2013
Levada-Zentrum unter Druck
Das nach seinem Gründer, dem ersten russischen Professor der Soziologie benannte unabhängige Levada-Zentrum finanziert sich durch Forschungs- und Meinungsumfragen auf den Gebieten Soziologie, Wirtschaft, Psychologie und Marktforschung. Mit ungefähr 80 Mitarbeitern im Moskauer Büro, 80 Mitarbeitern in den regionalen Abteilungen und ca. 3000 Interviewern zählt es zu einer der größten Meinungsforschungsagenturen Russlands.
Die Mitteilung der
Staatsanwaltschaft vom 20.05.2013 über gewisse Verletzungen des Föderalen
Gesetzes (das sog. Agentengesetz, das Ende 2012 in Kraft trat), die nicht
geduldet werden könnten, setzt das unabhängige gemeinnützige Institut erheblich
unter Druck und könnte das Aus für seine regelmäßig durchgeführten
Meinungsumfragen bedeuten.
In einer ersten
Stellungnahme stellt Lev D. Gudkov, Direktor des Zentrums, klar, dass es
hier um weit mehr als die nicht genauer definierten Begriffe der “politischen
Aktivität” und “Finanzierung durch das Ausland” gehe, mit denen das Gesetz
arbeite und administrativer Willkür bis hin zur Schließung der Einrichtung Tür
und Tor öffne.
Es gehe vielmehr um
die Freiheit wissenschaftlicher Arbeit und Publizierung der Umfragen und ihrer
Ergebnisse.
Das Levada-Zentrum,
das keine öffentlichen Gelder erhält,
finanziert Forschungsprojekte, insbesondere im Marketing-Bereich, ebenso
wie innovative und humanitäre Projekte, führt Umfragen durch, veröffentlicht
regelmäßig Jahrbücher und veranstaltet Konferenzen. Die von ausländischen Stiftungen
im Ausschreibungsverfahren erhaltenen Gelder und Einnahmen für Dienstleistungen
für ausländische Einrichtungen (Universitäten, Medien, Forschungs- und
Consultingfirmen) machen lediglich 1,5-3%
des Jahreshaushalts aus. Der Verzicht auf diese Gelder sei keine Lösung,
denn auch Einnahmen für Forschungsarbeiten, die nicht politisch ausgerichtet
sind und von ausländischen Firmen, die ständig in Russland arbeiten, in Auftrag gegeben werden, können als Vorwand für eine Finanzierung durch das Ausland
gelten. Dabei stehe auch das Vertrauen der Auftraggeber aus Wirtschaft und
Industrie auf dem Spiel, für die die Zusammenarbeit mit einer Institution, die
Schwierigkeiten mit den staatlichen Behörden hat, problematisch wird. Das Institut als solches sei in Gefahr.
Das Institut prüfe
derzeit die Rechtslage und mögliche Reaktionen mit seinen Anwälten.
Freitag, 17. Mai 2013
Appell russischer Kulturschaffender zur Unterstützung der Zivilgesellschaft
In einem von zahlreichen
russischen Kulturschaffenden unterzeichneten offenen Brief vom 17.05.2013
werden die massenhaften Untersuchungen der zivilgesellschaftlichen
Organisationen des Landes durch die Staatsanwaltschaft scharf verurteilt. Ziel
der Aktion sei es, die Anwendung des sog. „Agentengesetzes“ voranzutreiben. Die
Unterzeichneten weisen darauf hin, wie wichtig das kulturelle und
gesellschaftliche Engagement dieser Organisationen sei, die zumeist ohne
nennenswerte staatliche Förderung arbeiten müssen. Den Idealismus dieser Menschen
als Agententätigkeit abzuwerten, sei eine unerträgliche Beleidigung, ungerecht
und verlogen.
Zu den bisherigen
Unterzeichnern des Briefes gehören u.a.:
Boris Akunin,
Michael Aldaschin, Lea Achedschakova, Andrej Bilscho, Andrej Bitov, Vera Vasiljeva und
Vladimir Viatkin, Sergej Gandlevskij, Boris Grebenschikov, Oleg Dorman, Zoe Jeroschok,
Elena Kamburova, Paul Kaplevitsch,
Julij Kim, Paulina Ossetinskaja, Lev Rubinstein, Dmitrij Sokolov-Mitritsch, Svetlana
Sorokina, Dmitrij Spirin und Marietta Tschudakova
Der Brief liegt weiterhin zur Unterzeichnung
offen.
Freitag, 10. Mai 2013
MEMORIALs Jubiläum: Chodorkovskij gratuliert zu 20 Jahren Einsatz für Menschenrechte in Russland
Sehr geehrter deutscher Zweig
der Organisation Memorial,
sehr geehrter Herr von Radetzky,
vor zwanzig Jahren wurde Ihre
Einrichtung gegründet, um die bedeutsame Arbeit der Organisation Memorial
in Russland zu unterstützen. Seitdem widmen Sie sich der Aufgabe, die
Gesellschaft über die Gewaltherrschaft und die Opfer des stalinistischen
Regimes aufzuklären. Dabei fördern Sie konsequent das Wissen um die sich
zuspitzende Menschenrechtslage in Russland und unterstützen in der Praxis
Menschen- und Bürgerrechtsgruppen in Russland. Ihr Handeln übt direkten
Einfluss auf mein Land aus und trägt zur Entwicklung einer unbedingt
notwendigen Zivilgesellschaft bei. Ich möchte Ihnen zum zwanzigjährigen
Bestehen und zu Ihrem Erfolg gratulieren; darüber hinaus danke ich Ihnen für
den kontinuierlichen Beistand, den Sie mir in meiner persönlichen Angelegenheit
leisten.
In diesen schwierigen Zeiten ist
Ihre Arbeit von besonderer Bedeutung. Denn Ihre Freunde in der russischen Memorial-Organisation
gehörten zu den ersten, die während der letzten Aktionen der Staatsgewalt
Einschüchterungsversuchen ausgesetzt waren, mit dem Ziel, die Opposition zum
Schweigen zu bringen. Durch sein Handeln bringt sich der Kreml um die
Unterstützung durch die Gesellschaft und beeinträchtigt die Beziehung zu einem
aktiven Teil seiner Bevölkerung. Die politisch motivierte Verfolgung von nichtstaatlichen
Organisationen ist nicht zulässig. Sie schadet dem Aufleben einer
Zivilgesellschaft, die für die politische, wirtschaftliche und soziale
Modernisierung Russlands erforderlich ist.
In Gedanken bin ich bei Ihnen
und wünsche Ihnen für Ihre zukünftigen Tätigkeiten dieselbe Kraft und
Beharrlichkeit, die ich in all diesen Jahren verspürt habe. Da ich nun seit
annähernd zehn Jahren im Gefängnis sitze, bedeutet mir Ihre Unterstützung
unglaublich viel und ich bin sehr dankbar dafür.
Herzlichst, Ihr
Michail Borissowitsch
Chodorkowski
Straflager Kolonie Nr. 7,
Segescha (Republik Karelien)
S
Dienstag, 7. Mai 2013
MEMORIALs Jubiläum: Podiumsdiskussion am Freitag, dem 10. Mai
Vor 20 Jahren nahm MEMORIAL Deutschland e.V. seine Arbeit auf.
Dieses Jubiläum wollen wir, die Mitglieder und Freunde des Vereines, ausgiebig
feiern. Auch Sie können dabei sein. Am Freitagabend, den 10. Mai laden wir Sie
herzlich ins Haus der Demokratie und Menschenrechte (Berlin) ein.
Sie erhalten die seltene Gelegenheit, mehr über die Lebensgeschichten und Arbeitsbedingungen russischer Bürgerrechtler aus erster Hand zu erfahren. Memorial-Vertreter aus Moskau, St. Petersburg und Perm werden unter anderem darauf eingehen, inwieweit sich aktuelle politische Entscheidungen (Stichwort: NGO-Gesetz) auf ihre Arbeit auswirken.
Wer will, kann im Anschluss mit uns anstoßen und das Gespräch bei Käse und Wein oder Bier und Brezen vertiefen.
Bitte melden Sie sich an, die Teilnahme ist kostenlos! Anmeldungen an: jubilaeum.memorial@gmail.com
Veranstaltungsort, -zeit:
Robert-Havemann-Saal
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
Beginn: 19 Uhr
Sie erhalten die seltene Gelegenheit, mehr über die Lebensgeschichten und Arbeitsbedingungen russischer Bürgerrechtler aus erster Hand zu erfahren. Memorial-Vertreter aus Moskau, St. Petersburg und Perm werden unter anderem darauf eingehen, inwieweit sich aktuelle politische Entscheidungen (Stichwort: NGO-Gesetz) auf ihre Arbeit auswirken.
Wer will, kann im Anschluss mit uns anstoßen und das Gespräch bei Käse und Wein oder Bier und Brezen vertiefen.
Bitte melden Sie sich an, die Teilnahme ist kostenlos! Anmeldungen an: jubilaeum.memorial@gmail.com
Veranstaltungsort, -zeit:
Robert-Havemann-Saal
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
Beginn: 19 Uhr
Donnerstag, 2. Mai 2013
MEMORIALs Menschenrechtszentrum legt Berufung ein
Mit Schreiben
der Staatsanwaltschaft vom 30.04.2013 wird das Menschenrechtszentrum von
MEMORIAL aufgefordert, die angeblich während der Überprüfung der Organisation
offenkundig gewordenen „Verstöße gegen die föderale Gesetzgebung“ innerhalb
eines Monats abzustellen. Mit anderen Worten, sich als „ausländischer Agent“
registrieren zu lassen.
Das
Menschenrechtszentrum von MEMORIAL wird sich nicht als „ausländischer Agent“
erklären und gegen das Schreiben der Staatsanwaltschaft nach sorgfältiger
Prüfung Widerspruch einlegen.
Es sei kaum nachvollziehbar, mit
welcher Begründung die Staatsanwaltschaft aus den in ihrem Schreiben
aufgeführten satzungsmäßigen Aufgaben der Organisation Verstöße gegen geltende
Gesetze zu erkennen meint.
Verwarnungen
seitens der Staatsanwaltschaft sind bereits bei zwei weiteren
MEMORIAL-Verbänden in Riasan und Komi eingegangen. Mit Hinweis auf die Aufgaben
und Ziele dieser Organisationen macht die Staatsanwaltschaft geltend, dass MEMORIAL-Mitglieder mit ihrer Teilnahme an
öffentlichen politischen Aktionen den Protest gegen staatliche Beschlüsse unterstützt.
Sie hätten damit de facto politisch Einfluss nehmen wollen.
Eine detaillierte Stellungnahme von MEMORIAL zu den jüngsten Vorfällen finden Sie in deutscher Übersetzung von Hartmut Schröder auf http://russland.boellblog.org.
Eine detaillierte Stellungnahme von MEMORIAL zu den jüngsten Vorfällen finden Sie in deutscher Übersetzung von Hartmut Schröder auf http://russland.boellblog.org.
Freitag, 26. April 2013
GOLOS legt Berufung ein
Mit der Wahlbeobachtungsorganisation
GOLOS wurde am 25. April 2013 erstmals eine russische Nichtregierungsorganisation
aufgrund des fragwürdigen „Agentengesetzes“ zu einer Geldstrafe von 300 000 Rubel
(etwa 7.500 €) verurteilt mit der Begründung, sie habe Geld aus dem Ausland
erhalten und sich nicht wie vorgeschrieben als „ausländischer Agent“
registrieren lassen.
Golos kritisierte das Urteil als
rechtswidrig und unbegründet und wird Berufung einlegen. Die Organisation weist
erneut darauf hin, dass sie das Preisgeld des norwegischen Helsinki-Komitees mit
Hinweis auf das neue „Agentengesetz“ abgelehnt habe. Dieses Geld sei aufgrund
entsprechender Anweisungen an die Bank auch nie auf dem Konto der Gesellschaft
eingegangen.
Freitag, 19. April 2013
20 Jahre MEMORIAL Deutschland e.V.
Vor 25 Jahren entstanden Memorial-Gruppen in vielen Orten der Sowjetunion; vor 20 Jahren kam der
Memorial-Verein in Berlin hinzu. Als Förderverein für Memorial St. Petersburg 1993 gegründet, weiteten
wir unsere Kooperation bald über die Partnerschaft mit der Sankt Petersburger Memorial-Gruppe hinaus
aus und änderten unseren Namen in Memorial Deutschland. Wir wurden auch Mitglied im internationalen
Memorial-Verbund. Inzwischen ist im Rahmen von Memorial Deutschland neben der Gruppe
Ehrenamtlicher in Berlin auch eine Gruppe von Aktiven in München entstanden.
Am Anfang stand vor allem die Unterstützung der sozialen Arbeit von Memorial in Sankt Petersburg.
Bald wurden aber auch die beiden anderen Schwerpunkte der Memorial-Arbeit für uns wichtig: die
historische Aufarbeitung und die Menschenrechtsarbeit. Zahlreiche Aktive haben sich seitdem mit
Kompetenz und Sachverstand an den Projekten und der alltäglichen Vereinsarbeit beteiligt. Andere
unterstütz(t)en die Arbeit mit Spenden. Es ist ein großer und bunter Kreis von Menschen, von denen sich
viele untereinander gar nicht kennen.
Das Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, eine Gelegenheit zu Begegnung und Austausch zu
schaffen. Wenn es uns dabei gelingt, Anregungen für unsere weitere Arbeit aufzunehmen, werden wir
beflügelt in die folgenden Jahre starten. Vor dem Hintergrund der bedrückenden Entwicklungen in
Russland ist dies besonders wichtig. Deshalb freuen wir uns, dass auch Memorial-Vertreter aus Sankt
Petersburg, Moskau, Perm und Rjazan zum Jubiläum unsere Gäste sein werden.
Sehr herzlich laden wir Sie zu unserem Jubiläum
am Freitag/Sonnabend den 10./11. Mai 2013
in den Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, ein.
Memorial-Verein in Berlin hinzu. Als Förderverein für Memorial St. Petersburg 1993 gegründet, weiteten
wir unsere Kooperation bald über die Partnerschaft mit der Sankt Petersburger Memorial-Gruppe hinaus
aus und änderten unseren Namen in Memorial Deutschland. Wir wurden auch Mitglied im internationalen
Memorial-Verbund. Inzwischen ist im Rahmen von Memorial Deutschland neben der Gruppe
Ehrenamtlicher in Berlin auch eine Gruppe von Aktiven in München entstanden.
Am Anfang stand vor allem die Unterstützung der sozialen Arbeit von Memorial in Sankt Petersburg.
Bald wurden aber auch die beiden anderen Schwerpunkte der Memorial-Arbeit für uns wichtig: die
historische Aufarbeitung und die Menschenrechtsarbeit. Zahlreiche Aktive haben sich seitdem mit
Kompetenz und Sachverstand an den Projekten und der alltäglichen Vereinsarbeit beteiligt. Andere
unterstütz(t)en die Arbeit mit Spenden. Es ist ein großer und bunter Kreis von Menschen, von denen sich
viele untereinander gar nicht kennen.
Das Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, eine Gelegenheit zu Begegnung und Austausch zu
schaffen. Wenn es uns dabei gelingt, Anregungen für unsere weitere Arbeit aufzunehmen, werden wir
beflügelt in die folgenden Jahre starten. Vor dem Hintergrund der bedrückenden Entwicklungen in
Russland ist dies besonders wichtig. Deshalb freuen wir uns, dass auch Memorial-Vertreter aus Sankt
Petersburg, Moskau, Perm und Rjazan zum Jubiläum unsere Gäste sein werden.
Sehr herzlich laden wir Sie zu unserem Jubiläum
am Freitag/Sonnabend den 10./11. Mai 2013
in den Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, ein.
Freitag, 12. April 2013
Offener Brief an Putin zur Milliardenunterstützung russischer NGO's aus dem Ausland
Mehr als 60 russische NGO’S haben Präsident Putin in einem Offenen Brief vom 11. April 2013 aufgefordert,
unverzüglich dafür zu sorgen, dass eine vollständige Liste der russischen
zivilgesellschaftlichen Organisationen veröffentlicht wird, die in Höhe von
etwa 1 Milliarde $ aus dem Ausland unterstützt würden.
In seinem
ARD-Interview vom 04.04.2013 hatte der Präsident erklärt, dass eine Zahl von
654 zivilgesellschaftlichen Organisationen in Russland tätig seien, die aus dem
Ausland finanziert würden und allein in den letzten 4 Monaten nach
Veröffentlichung des neuen NGO-Gesetzes etwa 1 Milliarde $ aus dem Ausland
erhalten hätten. Die russische Bevölkerung müsse nach Ansicht des Präsidenten
wissen, wer wofür welche Gelder erhält.
Die Unterzeichner
des Offenen Briefs teilen diese Auffassung voll und ganz, weisen jedoch darauf
hin, dass ein entsprechender Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit ihrer
Organisationen und auch die aus dem Ausland erhaltenen finanziellen Mittel in
jedem Jahr allgemein zugänglich auf der Webseite des Justizministeriums http://unro.minjust.ru/NKOReports.aspx) veröffentlicht
wird.
Die
Unterzeichner weisen weiter darauf hin, dass die von Präsident Putin im
ARD-Interview genannte Summe die eigenen diesbezüglich zur Verfügung stehenden
Informationen um das Zehnfache übersteigt. Der Präsident verfüge möglicherweise
über zusätzliche Informationsquellen, es sei jedoch dringend
geboten, der Öffentlichkeit eine umfassende Liste der 654 Organisationen und der Gelder vorzulegen, die diese erhalten hätten.
Zu den mehr
als 60 Unterzeichnern des Offenen Briefs
gehören der Vorstandsvorsitzende von MEMORIAL International, Arsenij
Roginskij sowie zahlreiche Vertreter weiterer namhafter Organisationen wie das
Zentrum für Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten, die
Soldaten-Mütter, die Helsinki-Gruppe, der internationale Bund für Soziales und
Ökologie sowie weitere Umweltverbände und viele andere mehr.
Den russischen
Text des Offenen Briefes finden Sie auf www.hro.org/node/16302
Zum Verfahren gegen GOLOS
Golos (dt.: "Die Stimme") ist die erste Nichtregierungsorganisation, gegen die im Zusammenhang mit dem berüchtigten „Agenten-Gesetz“ am 25. April 2013 ein Verfahren angestrengt wird. Dieses Gesetz ist seit 21. November 2012 in Kraft und schreibt vor, dass NGOs, die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten und politisch tätig sind, sich in ein eigens für „ausländische Agenten“ vorgesehenes Register eintragen lassen.
Bisher hat nur eine einzige NGO diese Registrierung
beantragt – die regionale Menschenrechtsorganisation „Schtschit i metsch“
(Schild und Schwert) in Tschuwaschien. Das Justizministerium lehnte ihre
Registrierung jedoch ab, da sie nicht politisch tätig sei.
Von vornherein lag der Verdacht nahe, dass das Gesetz vor
allem Golos im Visier habe. Seit Jahren führt diese Organisation systematisch
Wahlbeobachtung durch, und zwar auf hohem technischem Niveau, und war
maßgeblich an der Aufdeckung von Wahlfälschungen bei den letzten Duma- und
Präsidentenwahlen beteiligt. Der Fernsehsender NTV reagierte postwendend –
wenige Tage nach den Präsidentenwahlen - mit einer mehrfach ausgestrahlten
üblen Hetzsendung, in der Oppositionelle und insbesondere Golos-Mitarbeiter als
vom Ausland bezahlte und inspirierte Agenten dargestellt wurden.
Nachdem auch bei Golos, wie bei Hunderten anderer NGOs,
umfassende Überprüfungen durch gleichzeitig mehrere Instanzen eingesetzt
hatten, wurde gegen Golos nunmehr ein Verfahren eingeleitet, weil sich die
Organisation, obwohl sie aus dem Ausland Zuschüsse erhalte, nicht als
ausländischer Agent habe verzeichnen lassen. Nach dem administrativen
Strafrecht droht eine Geldstrafe von bis zu 12.500 Euro.
Anders als andere NGOs hat indes gerade Golos in den letzten
Monaten – seit Inkrafttreten des Gesetzes – ausdrücklich auf ausländische
Förderung verzichtet. Sie will sich notgedrungen umorganisieren, natürlich wird
auch bei russischen Bürgern um Spenden geworben. Darüber hinaus hat Golos auch
den Geldbetrag im Zusammenhang mit dem Sacharov-Preis, der ihr vom Norwegischen
Helsinki-Komitee im Oktober 2012 zuerkannt wurde, nicht angenommen. Die Bank wurde
ausdrücklich angewiesen, das Preisgeld zurück zu transferieren.
Dessen ungeachtet erstattete am 8. April (mehrere Monate
nach diesem Vorgang) die russische Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring dem
Justizministerium Meldung über diese Geldzuwendung an Golos. Eben diese Meldung
ist jetzt Anlass für das Verfahren.
Dienstag, 9. April 2013
Hannover-Messe 2013: Proteste gegen Putins Menschenrechtspolitik
Mehrere Hundert Menschen protestierten am 7. April zur Eröffnung der Hannover-Messe durch Putin und Kanzlerin Merkel im Rahmen der von Amnesty International durchgeführten Kampagne “Human rights made in Russia”. Russland, Partnerland der diesjährigen Hannover-Messe wird aufgefordert, politische Gefangene freizulassen und die Menschenrechte einzuhalten.
Die bilaterialen Gespräche zwischen Merkel und
Putin waren überschattet von den kürzlichen Razzien der russischen
Staatsanwaltschaft bei nahezu 2 000 NGO’s, darunter auch deutschen
Stiftungen in Russland. NGO’s, die aus
dem Ausland unterstützt werden, müssen sich nach neuesten Gesetzen als
“Agenten” erklären. In diesem Zusammenhang wurden die klaren Worte Merkels für
die Bedeutung und ungehinderte Arbeit der Zivilgesellschaft in Russland durch
das Menschenrechtsportal hro.org ausdrücklich gewürdigt.
In einem Gast-Beitrag für die Welt am Sonntag
rief Pavel Chodorkovskij die deutschen Politiker dazu auf, ihre Haltung des
Pragmatismus angesichts der kontinuierlichen Einschränkung von Menschenrechten
und Demokratie durch den Staat zu revidieren und die russische
Zivilgesellschaft konsequent zu unterstützen. Er hoffe, dass die nunmehr 10jährige
Haft seines Vaters in den Gesprächen der Politiker ebenso wie dessen mögliche
Freilassung thematisiert würde. Dies könnte nicht zuletzt auch zur Verbesserung
der deutsch-russischen Beziehungen beitragen.
Sonntag, 7. April 2013
Appell an Geburtstagskind Gerhard Schröder anlässlich der Messeeröffnung in Hannover am 7. April
Sehr geehrter Herr Altbundeskanzler,
wir wünschen Ihnen zu Ihrem
Geburtstag alles Gute.
Als Mitglied der internationalen
Bürgerrechtsorganisation MEMORIAL und langjährige Projektpartner der
MEMORIAL-Organisationen in Russland sind wir sehr alarmiert über das repressive
Vorgehen der russischen Regierung gegenüber russischen
Nichtregierungsorganisationen.
Da Präsident Putin sich an diesem
Wochenende zur Eröffnung der Messe in Hannover aufhalten wird, gehen wir davon
aus, dass Sie ihn anlässlich Ihres Geburtstages treffen werden. Wir hoffen,
dass auch Sie sich gegenüber Präsident Putin kritisch zur Demokratieentwicklung
und Menschenrechtssituation in Russland äußern werden.
Samstag, 6. April 2013
Michail Schischkin lehnt Teilnahme an offizieller Delegation für die New Yorder Buchmesse ab
In einem offenen Brief lehnt Michail Schischkin die Teilnahme an der offiziellen Schriftstellerdelegation für die diesjährige New Yorker Buchmesse Bookexpo vom 30. Mai bis 1. Juni 2013 ab und begründet dies mit den jüngsten Ereignissen in seinem Land.
Das Interview der Berliner Zeitung mit Schischkin finden Sie unter
Das Interview der Berliner Zeitung mit Schischkin finden Sie unter
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