Vor 25 Jahren entstanden Memorial-Gruppen in vielen Orten der Sowjetunion; vor 20 Jahren kam der
Memorial-Verein in Berlin hinzu. Als Förderverein für Memorial St. Petersburg 1993 gegründet, weiteten
wir unsere Kooperation bald über die Partnerschaft mit der Sankt Petersburger Memorial-Gruppe hinaus
aus und änderten unseren Namen in Memorial Deutschland. Wir wurden auch Mitglied im internationalen
Memorial-Verbund. Inzwischen ist im Rahmen von Memorial Deutschland neben der Gruppe
Ehrenamtlicher in Berlin auch eine Gruppe von Aktiven in München entstanden.
Am Anfang stand vor allem die Unterstützung der sozialen Arbeit von Memorial in Sankt Petersburg.
Bald wurden aber auch die beiden anderen Schwerpunkte der Memorial-Arbeit für uns wichtig: die
historische Aufarbeitung und die Menschenrechtsarbeit. Zahlreiche Aktive haben sich seitdem mit
Kompetenz und Sachverstand an den Projekten und der alltäglichen Vereinsarbeit beteiligt. Andere
unterstütz(t)en die Arbeit mit Spenden. Es ist ein großer und bunter Kreis von Menschen, von denen sich
viele untereinander gar nicht kennen.
Das Jubiläum wollen wir zum Anlass nehmen, eine Gelegenheit zu Begegnung und Austausch zu
schaffen. Wenn es uns dabei gelingt, Anregungen für unsere weitere Arbeit aufzunehmen, werden wir
beflügelt in die folgenden Jahre starten. Vor dem Hintergrund der bedrückenden Entwicklungen in
Russland ist dies besonders wichtig. Deshalb freuen wir uns, dass auch Memorial-Vertreter aus Sankt
Petersburg, Moskau, Perm und Rjazan zum Jubiläum unsere Gäste sein werden.
Sehr herzlich laden wir Sie zu unserem Jubiläum
am Freitag/Sonnabend den 10./11. Mai 2013
in den Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte,
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin, ein.
Freitag, 19. April 2013
Freitag, 12. April 2013
Offener Brief an Putin zur Milliardenunterstützung russischer NGO's aus dem Ausland
Mehr als 60 russische NGO’S haben Präsident Putin in einem Offenen Brief vom 11. April 2013 aufgefordert,
unverzüglich dafür zu sorgen, dass eine vollständige Liste der russischen
zivilgesellschaftlichen Organisationen veröffentlicht wird, die in Höhe von
etwa 1 Milliarde $ aus dem Ausland unterstützt würden.
In seinem
ARD-Interview vom 04.04.2013 hatte der Präsident erklärt, dass eine Zahl von
654 zivilgesellschaftlichen Organisationen in Russland tätig seien, die aus dem
Ausland finanziert würden und allein in den letzten 4 Monaten nach
Veröffentlichung des neuen NGO-Gesetzes etwa 1 Milliarde $ aus dem Ausland
erhalten hätten. Die russische Bevölkerung müsse nach Ansicht des Präsidenten
wissen, wer wofür welche Gelder erhält.
Die Unterzeichner
des Offenen Briefs teilen diese Auffassung voll und ganz, weisen jedoch darauf
hin, dass ein entsprechender Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit ihrer
Organisationen und auch die aus dem Ausland erhaltenen finanziellen Mittel in
jedem Jahr allgemein zugänglich auf der Webseite des Justizministeriums http://unro.minjust.ru/NKOReports.aspx) veröffentlicht
wird.
Die
Unterzeichner weisen weiter darauf hin, dass die von Präsident Putin im
ARD-Interview genannte Summe die eigenen diesbezüglich zur Verfügung stehenden
Informationen um das Zehnfache übersteigt. Der Präsident verfüge möglicherweise
über zusätzliche Informationsquellen, es sei jedoch dringend
geboten, der Öffentlichkeit eine umfassende Liste der 654 Organisationen und der Gelder vorzulegen, die diese erhalten hätten.
Zu den mehr
als 60 Unterzeichnern des Offenen Briefs
gehören der Vorstandsvorsitzende von MEMORIAL International, Arsenij
Roginskij sowie zahlreiche Vertreter weiterer namhafter Organisationen wie das
Zentrum für Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten, die
Soldaten-Mütter, die Helsinki-Gruppe, der internationale Bund für Soziales und
Ökologie sowie weitere Umweltverbände und viele andere mehr.
Den russischen
Text des Offenen Briefes finden Sie auf www.hro.org/node/16302
Zum Verfahren gegen GOLOS
Golos (dt.: "Die Stimme") ist die erste Nichtregierungsorganisation, gegen die im Zusammenhang mit dem berüchtigten „Agenten-Gesetz“ am 25. April 2013 ein Verfahren angestrengt wird. Dieses Gesetz ist seit 21. November 2012 in Kraft und schreibt vor, dass NGOs, die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten und politisch tätig sind, sich in ein eigens für „ausländische Agenten“ vorgesehenes Register eintragen lassen.
Bisher hat nur eine einzige NGO diese Registrierung
beantragt – die regionale Menschenrechtsorganisation „Schtschit i metsch“
(Schild und Schwert) in Tschuwaschien. Das Justizministerium lehnte ihre
Registrierung jedoch ab, da sie nicht politisch tätig sei.
Von vornherein lag der Verdacht nahe, dass das Gesetz vor
allem Golos im Visier habe. Seit Jahren führt diese Organisation systematisch
Wahlbeobachtung durch, und zwar auf hohem technischem Niveau, und war
maßgeblich an der Aufdeckung von Wahlfälschungen bei den letzten Duma- und
Präsidentenwahlen beteiligt. Der Fernsehsender NTV reagierte postwendend –
wenige Tage nach den Präsidentenwahlen - mit einer mehrfach ausgestrahlten
üblen Hetzsendung, in der Oppositionelle und insbesondere Golos-Mitarbeiter als
vom Ausland bezahlte und inspirierte Agenten dargestellt wurden.
Nachdem auch bei Golos, wie bei Hunderten anderer NGOs,
umfassende Überprüfungen durch gleichzeitig mehrere Instanzen eingesetzt
hatten, wurde gegen Golos nunmehr ein Verfahren eingeleitet, weil sich die
Organisation, obwohl sie aus dem Ausland Zuschüsse erhalte, nicht als
ausländischer Agent habe verzeichnen lassen. Nach dem administrativen
Strafrecht droht eine Geldstrafe von bis zu 12.500 Euro.
Anders als andere NGOs hat indes gerade Golos in den letzten
Monaten – seit Inkrafttreten des Gesetzes – ausdrücklich auf ausländische
Förderung verzichtet. Sie will sich notgedrungen umorganisieren, natürlich wird
auch bei russischen Bürgern um Spenden geworben. Darüber hinaus hat Golos auch
den Geldbetrag im Zusammenhang mit dem Sacharov-Preis, der ihr vom Norwegischen
Helsinki-Komitee im Oktober 2012 zuerkannt wurde, nicht angenommen. Die Bank wurde
ausdrücklich angewiesen, das Preisgeld zurück zu transferieren.
Dessen ungeachtet erstattete am 8. April (mehrere Monate
nach diesem Vorgang) die russische Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring dem
Justizministerium Meldung über diese Geldzuwendung an Golos. Eben diese Meldung
ist jetzt Anlass für das Verfahren.
Dienstag, 9. April 2013
Hannover-Messe 2013: Proteste gegen Putins Menschenrechtspolitik
Mehrere Hundert Menschen protestierten am 7. April zur Eröffnung der Hannover-Messe durch Putin und Kanzlerin Merkel im Rahmen der von Amnesty International durchgeführten Kampagne “Human rights made in Russia”. Russland, Partnerland der diesjährigen Hannover-Messe wird aufgefordert, politische Gefangene freizulassen und die Menschenrechte einzuhalten.
Die bilaterialen Gespräche zwischen Merkel und
Putin waren überschattet von den kürzlichen Razzien der russischen
Staatsanwaltschaft bei nahezu 2 000 NGO’s, darunter auch deutschen
Stiftungen in Russland. NGO’s, die aus
dem Ausland unterstützt werden, müssen sich nach neuesten Gesetzen als
“Agenten” erklären. In diesem Zusammenhang wurden die klaren Worte Merkels für
die Bedeutung und ungehinderte Arbeit der Zivilgesellschaft in Russland durch
das Menschenrechtsportal hro.org ausdrücklich gewürdigt.
In einem Gast-Beitrag für die Welt am Sonntag
rief Pavel Chodorkovskij die deutschen Politiker dazu auf, ihre Haltung des
Pragmatismus angesichts der kontinuierlichen Einschränkung von Menschenrechten
und Demokratie durch den Staat zu revidieren und die russische
Zivilgesellschaft konsequent zu unterstützen. Er hoffe, dass die nunmehr 10jährige
Haft seines Vaters in den Gesprächen der Politiker ebenso wie dessen mögliche
Freilassung thematisiert würde. Dies könnte nicht zuletzt auch zur Verbesserung
der deutsch-russischen Beziehungen beitragen.
Sonntag, 7. April 2013
Appell an Geburtstagskind Gerhard Schröder anlässlich der Messeeröffnung in Hannover am 7. April
Sehr geehrter Herr Altbundeskanzler,
wir wünschen Ihnen zu Ihrem
Geburtstag alles Gute.
Als Mitglied der internationalen
Bürgerrechtsorganisation MEMORIAL und langjährige Projektpartner der
MEMORIAL-Organisationen in Russland sind wir sehr alarmiert über das repressive
Vorgehen der russischen Regierung gegenüber russischen
Nichtregierungsorganisationen.
Da Präsident Putin sich an diesem
Wochenende zur Eröffnung der Messe in Hannover aufhalten wird, gehen wir davon
aus, dass Sie ihn anlässlich Ihres Geburtstages treffen werden. Wir hoffen,
dass auch Sie sich gegenüber Präsident Putin kritisch zur Demokratieentwicklung
und Menschenrechtssituation in Russland äußern werden.
Samstag, 6. April 2013
Michail Schischkin lehnt Teilnahme an offizieller Delegation für die New Yorder Buchmesse ab
In einem offenen Brief lehnt Michail Schischkin die Teilnahme an der offiziellen Schriftstellerdelegation für die diesjährige New Yorker Buchmesse Bookexpo vom 30. Mai bis 1. Juni 2013 ab und begründet dies mit den jüngsten Ereignissen in seinem Land.
Das Interview der Berliner Zeitung mit Schischkin finden Sie unter
Das Interview der Berliner Zeitung mit Schischkin finden Sie unter
Mittwoch, 27. März 2013
Pressemitteilung von MEMORIAL Deutschland vom 22.03.2013 aus Anlass der jüngsten Maßnahmen gegen MEMORIAL in Moskau
In
den letzten Tagen wurden 2000 russische Nichtregierungsorganisationen mit
Überprüfungen seitens der russischen Staatsanwaltschaft, des Justizministeriums
und der Steuerbehörden überzogen. Auch das Moskauer Büro der Internationalen
Gesellschaft MEMORIAL ist davon betroffen. Dabei drang gestern auch ein
Fernsehteam von NTV in die Räume von Memorial ein und versuchte, ein
Live-Interview mit Oleg Orlov, einem der führenden Mitarbeiter des
Menschenrechtszentrums von Memorial, zu erzwingen.
Kurz darauf wurde von NTV ein
diffamierender Beitrag über MEMORIAL ausgestrahlt, der suggerieren soll, dass
die Organisation illegal handele und im Auftrag des Auslands tätig sei.
MEMORIAL Deutschland ist empört über
diese Verleumdungskampagne. Dass unsere russischen Kollegen im Dienst fremder
Mächte stehen sollen, ist eine absurde Phantasie, die an das konfrontative und
isolationistische Denken aus Zeiten des Kalten Krieges erinnert.
Besuch aus China bei MEMORIAL Deutschland am 20.03.2013
Am 20. März empfing Vorstandsmitglied Nina Happe den Besuch dreier chinesischer Intellektueller, die zu einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung angereist waren und die Gelegenheit nutzten, um sich nebenbei über zivilgesellschaftliche Initiativen zur historischen Aufarbeitung zu informieren. Zhang Sizhi, ein namhafter Strafverteidiger und Menschenrechtsanwalt, He Weifang, Rechtswissenschaftler an der Peking Universität und der Historiker und Zeitschriftenredakteur Wu Si zeigten sich in dem etwa 1 1/2 stündigen persönlichen Gespräch sehr interessiert an den Möglichkeiten der ehrenamtlichen Projektarbeit, der Information einer interessierten Öffentlichkeit und der Spendeneinwerbung für Sozialprojekte und Publikationen. Nina Happe stellte dabei auch beispielhaft Projekte der historischen Aufarbeitung vor, für die MEMORIAL Deutschland Zuwendungen von hiesigen (teils staatlichen) Geldgebern eingeworben hatte, und erläuterte, dass in Deutschland Projekte zur Geschichtsaufarbeitung politisch und gesellschaftlich gewuenscht sind. MEMORIAL Deutschland wünscht den Besuchern weiterhin viel Erfolg bei der Verfolgung ihrer Aufarbeitungs- und Reforminteressen.
Freitag, 22. März 2013
Inspektionswelle bei russischen NGO's
Einschlägige Links zu den auch
bei MEMORIAL International am 21.03.2013 durchgeführten Untersuchungen sowie die Erklärung des Lenkungsausschusses
des EU-Russland-Forums für Zivilgesellschaft finden Sie hier:
http://www.president-sovet.ru/news/3800/
- Schreiben des Vorsitzenden des
russischen Menschenrechtsrats, Michail Fedotov, an den Generalstaatsanwalt im Zusammenhang
mit den Überprüfungen von NGO’s; weitere Erklärungen auf
Statement by the Steering
Committee of the EU Russia Civil Society Forum
The Steering Committee of the
EU-Russia Civil Society Forum is seriously concerned about massive inspections
of non-profit organisations currently conducted in Russia.
Over the past couple of weeks
reviewers have visited dozens, if not hundreds, of organisations in Moscow,
Orenburg, Penza, Saratov and Rostov provinces, Krasnodar, Primorsky, Perm and
Altai territories, and in St. Petersburg; many of the visited organisations are
members of the EU-Russia Civil Society Forum.
Mittwoch, 20. März 2013
Pitschugin: Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs wird rechtskräftig
Der Straßburger Gerichtshof hat die Klage der
Russischen Föderation in Sachen Pitschugin gegen Russland abgewiesen.
Damit
wird die Entscheidung des Gerichtshofs rechtskräftig. Eine entsprechende
Mitteilung veröffentliche der Gerichtshof am 19.03.2013 auf seiner Webseite.
Russland hatte gegen die Entscheidung des Gerichtshofs
in Sachen des früheren Mitarbeiters des Sicherheitsdienstes der JUKOS-Konzerns
Berufung eingelegt.
In seiner
ursprünglichen Entscheidung vom 23.10.2013 erklärte das Gericht, dass in Sachen
Pitschugin die Artikel 5 (das Recht auf Freiheit und Sicherheit) und 6 (das
Recht auf ein faires Verfahren) der Europäischen Menschenrechtskonvention
verletzt worden seien.
Der russische Staat wurde verpflichtet, ein Schmerzensgeld
in Höhe von 9.500,- € an Pitschugin zu zahlen.
Magnitzky: Ermittlungen werden eingestellt
Die zuständigen Untersuchungsbehörden haben die Ermittlungen
im Falle Magnitzky, der für den Hermitage Capital Fonds als Jurist tätig war, wegen fehlenden Straftatbestands eingestellt.
Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die
Ermittlungen und die Inhaftierung Magnitzkys im Rahmen der gesetzlichen
Vorschriften erfolgten. Während seiner Einzelhaft sei keinerlei Druck oder
Gewalt auf den Juristen ausgeübt worden.
RIA Novosti berichtet, dass die Angehörigen Magnitzkys
Berufung gegen den Gerichtsbeschluss über die Einstellung des Verfahren
eingelegt haben. Nach Aussagen des Anwalts der Familie habe diese den
Gerichtsbeschluss aus den Medien erfahren.
Sergej Magnitzky kamt im November 2009 in Einzelhaft
ums Leben. Er war 2008 der Steuerhinterziehung für den Hermitage Capital Fonds
beschuldigt worden. Nach Aussagen seiner Kollegen hatte Magnitzky unmittelbar
vor seiner Festnahme die Unterschlagung von 5,4 Milliarden Rubel durch
Mitarbeiter des Innenministeriums und weitere hochgestellte Beamte aufgedeckt.
Dienstag, 12. März 2013
"Reporter ohne Grenzen: Russland überwacht Internet
"Reporter ohne Grenzen“stellt am 12. März 2013, dem Welttag gegen Internetzensur, seinen jährlichen Bericht über die Freiheit des Internets vor.
Zu den „Feinden des Internets“
werden Syrien, China, Iran, Bahrain und Vietnam gerechnet. Russland gehört zu
den Ländern, die unter Beobachtung stehen.
Menschenrechtler weisen darauf
hin, dass die russische Politik ihre Überwachung und Kontrolle des Internets
nicht etwa mit dem Ziel eines gänzlichen Verbots der Verbreitung von Information
im Web verfolgt; vielmehr wird diese Information zu Propagandazwecken genutzt
und manipuliert - private Nutzer, aber
auch Provider, Blogger und soziale Netzwerke werden unter Druck gesetzt.
Das Recht auf Kontrolle wird gewissermaßen
„privatisiert“.
Dies ist umso leichter als
populäre Netzwerke wie beispielsweise das LiveJournal sich nach Aussagen von kasparov.ru
ohnehin im Besitz kremlnaher Oligarchen befinden.
Eine Liste verbotener
Webseiten wird seit 1. November 2012 in
Russland geführt.
Donnerstag, 7. März 2013
Veranstaltungsprogramm 2013 der Gedenk- und Begegnunstätte Leistikowstraße in Potsdam

Veranstaltungsprogramm
2013
Mi,
16. Januar 2013
18:00 Uhr
|
Auftaktveranstaltung zum Themenjahr der Gedenk- und
Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam: „60. Jahrestag des Aufstandes in
Workuta“
Lesung
„Wir waren in Workuta …“
Der Journalist Klaus
Büstrin liest aus Erinnerungen ehemaliger Häftlinge des Gefängnisses
Leistikowstraße Potsdam, die die Haft und den Aufstand im sowjetischen Lager
Workuta erlebten
|
Mi,
30. Januar 2013
16:00 Uhr
|
Jour fixe
Führung,
Büchertisch und Gespräche
|
18:00 Uhr
|
Lesung
„Briefwechsel
Heinrich Georges mit seiner Frau Berta Drews“
mit Jan George,
Sohn von Heinrich George
Moderation: Dr. Richard
Buchner, Vorsitzender des Vereins Gedenk- und Begegnungsstätte ehemaliges
KGB-Gefängnis Potsdam e.V.
|
Mi,
13. Februar 2013
18:00 Uhr
|
Filmvorführung
und Gespräch
„Workuta
– Deutsche in Stalins Lagern“
Dokumentarfilm von Erik S.
Tesch, 52 min., NDR, 2004
Regisseur
Erik S. Tesch im
Gespräch mit Dr.
Ines Reich, Leiterin der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam
|
Mi,
27. Februar 2013
16:00 Uhr
|
Jour fixe
Führung,
Büchertisch und Gespräche
|
18:00Uhr
|
Buchvorstellung
und Gespräch
„Der frühe Widerstand in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands
SBZ/DDR“ mit dem Herausgeber Prof. Dr. Gerald Wiemers
Moderation:
Gisela Kurze, Mitglied von MEMORIAL Deutschland e.V.
|
Di,
5. März 2013
18:00 Uhr
|
Vortrag und Zeitzeugengespräch
„Der Tod Stalins und die
Erschießung Berijas – das Jahr 1953 in der Sowjetunion und in der DDR“
Einführung: Dr. Richard Buchner,
Zeitzeugengespräch zum Aufstand
in Workuta mit Horst Schüler, ehemaliger Häftling des Lagers Workuta
Moderation: Dr. Helmut
Müller-Enbergs, wissenschaftlicher Mitarbeiter der BStU
|
Mi,
27. März 2013
16:00 Uhr
|
Jour fixe
Führung,
Büchertisch und Gespräche
|
17:00 Uhr
|
Buchvorstellung und Gespräch
„Lästige Zeugen ? Tonbandgespräche mit
Opfern der Stalinzeit“
mit der Autorin Elfriede Brüning ( 102
Jahre alt ) |
Donnerstag, 7. Februar 2013
"Wir sind keine Agenten"!
11
Nichtregierungsorganisationen haben sich am gestrigen 06.02.2013 an den
Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt, um gegen das föderale Gesetz "Über Änderungen
der gesetzlichen Bestimmungen der Russischen Föderation zur Regelung der
Tätigkeit von den als ausländische Agenten arbeitenden Nichtregierungsorganisationen",
das sog. "Gesetz über ausländische Agenten", Klage zu erheben.
Zu
den Klägern gehören auch die internationale MEMORIAL-Organisation zusammen mit
ihrem in Moskau basierten Menschenrechtszentrum sowie die Umweltorganisation
„Umweltschutz“ in Kaliningrad.
Dienstag, 29. Januar 2013
20 Jahre MEMORIAL Deutschland
Iim Februar 1993 gründete sich in Berlin der Förderverein für
MEMORIAL/St. Petersburg e.V., aus dem später MEMORIAL Deutschland e.V. wurde.
Wir feiern also in diesem Jahr unser 20. Jubiläum.
Zwar sind wir kein konfessioneller Verein, doch viele von
uns kamen über die Evangelische Akademie, über die Aktion Sühnezeichen
Friedensdienste oder über unsere Benefizkonzerte, die wir zugunsten von
GULag-Überlebenden in Berliner Kirchengemeinden organisieren, mit MEMORIAL in
Berührung oder sind selber bekennende Christen. Deshalb haben wir den Wunsch
von Mitgliedern unseres Vereins aufgegriffen, das Jubiläum mit einem
Festgottesdienst zu begehen.
Wir laden Sie herzlich ein zu dem
Gottesdienst
mit MEMORIAL e.V.
am
Sonntag, den 3. Februar 2013 um 11:00 Uhr
in
die Französische Friedrichstadtkirche (Französischer Dom)
auf dem Gendarmenmarkt, 10117 Berlin.
Donnerstag, 10. Januar 2013
Einladung zur Buchvorstellung und Podiumsdiskussion
Michail Chodorkowski & Natalja Geworkjan: „Mein
Weg. Ein politisches Bekenntnis“
Wann: 24. Januar 2013, 18.30 Uhr
Wo: Kinosaal des Martin-Gropius-Baus, Niederkirchnerstraße
7, 10963 Berlin
#####
Mit:
- Pawel Chodorkowski, Sohn von Michail
Chodorkowski
- Markus Löning, Beauftragter der Bundesregierung für
Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe
- Natalia Geworkjan, Journalistin und Co-Autorin
(angefragt)
- Peter Franck, Russlandexperte von Amnesty International
Deutschland
- Olaf Kühl, Autor
- Moderation: Nils Kreimeier, Capital
Seit einem Jahrzehnt ist der Regimekritiker und ehemalige Jukos-Chef Michail Chodorkowski der wohl prominenteste Häftling Russlands. Amnesty International hat ihn und seinen mitinhaftierten Partner Platon Lebedew als gewaltlose politische Gefangene anerkannt. Seine Verhaftung im Jahr 2003 war der Startschuss für die Aushöhlung des Rechtsstaates, die Verfolgung Oppositioneller und den Abbau demokratischer Grundrechte in Russland. Die Verurteilung der beiden Mitglieder von Pussy Riot im letzten Jahr, die Verschärfung verschiedener Gesetze zur Einschränkung zivilgesellschaftlicher Mitwirkungsrechte sowie die Anklage gegen den Oppositionellen Alexei Navalni sind die jüngsten Beispiele dieser Entwicklung.
Mittwoch, 9. Januar 2013
Die Benefizkonzerte des Kammermusik-Ensembles MEMORIAL für die Opfer des Stalinismus
... finden auch in diesem Jahr wieder statt. Es spielen u.a.
Werke von Bach, Mozart, Rachmaninov
Natalia Polewaja – Geige
Deniza Akchurina –
Cello, Fjodor Abasa – Klavier
Termine in Berlin und Potsdam:
Montag, 17. Dezember 2012
Moskauer Kundgebung ohne größere Zwischenfälle
Die nicht genehmigte Demonstration in Moskau am Sonntag, dem 15. Dezember 2012 verlief weitgehend friedlich. Gegen Ende der Kundgebung wurden etwa 60 Personen festgenommen, die Agentur Ria Nowosti spricht von 40 Personen.
Der ursprünglich am 15.12.2012 geplante Marsch der Freiheit sollte durch eine der großen Verkehrsadern Moskaus zum Lubljanka-Platz, dem Sitz der Sicherheitsorgane, führen. Die städtischen Behörden lehnten dies jedoch mit Hinweis auf verkehrstechnische Probleme kategorisch ab. Die Demonstranten ihrerseits wollten hier, wo sich auch der Solovjetzki-Gedenkstein für die Opfer des Terrors befindet, ihre Kundgebung beenden.
So wurde aus dem Marsch der Freiheit ein „Spaziergang“ zum Ljubjanka-Platz, an dem nach Angaben der Organisatoren einige tausend Menschen trotz der Kälte von -18° teilnahmen. Die Polizei rief zwar öffentlich dazu auf, sich nicht an der nicht genehmigten Kundgebung zu beteiligen, hielt sich jedoch ansonsten zurück. Zu Festnahmen kam es erst gegen Ende der Kundgebung, die um 18.00 Uhr beendet war.
Die festgenommenen Oppositionellen Udalzov, Jaschin, Navaly und die Aktivistin Xenia Sobtschak wurden später auf wieder auf freien Fuß gesetzt, ohne dass ihnen irgendetwas zur Last gelegt worden war.
Wir empfehlen in diesem Zusammenhang den Artikel "Russlands Chance", NZZ vom 22./23.12.2012
Mittwoch, 5. Dezember 2012
"Agentengesetz" - neue Liste des Justizministeriums vorgelegt
Nach Angaben
der Zeitung Kommersant liegt nunmehr eine neue Verordnung des
Justizministeriums vor, die die Aufnahme der angeblich als „Agenten“ tätigen NGO’s in
Russland regeln soll.
Die
Möglichkeit, von der Liste wieder gestrichen zu werden, ist nicht vorgesehen. Wird
eine Organisation also in diese Liste
aufgenommen, so trägt sie die Bezeichnung „ausländischer Agent“ auf Lebenszeit!
Die Menschenrechtsorganisation
Agora will deshalb Klage erheben. Kritisiert wurde die Verordnung ebenfalls von
der Gesellschaftlichen Kammer. Daria Miloslavskaja verwies dabei jedoch auch
auf die Tatsache, dass der Neuentwurf der Verordnung die Aufnahme einer NGO in
die Liste nur aufgrund der von dieser Organisation vorgelegten Informationen vorsieht,
nicht aber – wie ursprünglich geplant – der Angaben seitens staatlicher
Behörden und Selbstverwaltungsorgane.
Ein Gutachten,
inwieweit das „Agentengesetz“ im Widerspruch zur Verfassung steht, wurde am Tag
des Inkrafttretens von Menschenrechtsorganisationen vorlegt. Präsident Putin
unterstützte den Vorschlag des Menschenrechtsrates bezüglich einer Überprüfung
des Gesetzes und wies noch am 12. November 2012 darauf hin, dass das Gesetz
sich nur auf „politisch“ relevante Tätigkeiten beziehen soll. Was genau dabei als
„politisch“ zu gelten hat, lässt das Gesetz jedoch im Unklaren.
Menschenrechtler
forderten den Föderationsrat auf, den Entwurf abzulehnen. Zu den Unterzeichnern
gehören auch die Moskauer Helsinkigruppe und die Bewegung „Für Menschenrechte“.
Montag, 3. Dezember 2012
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