Die nicht genehmigte Demonstration in
Moskau am Sonntag, dem 15. Dezember 2012 verlief weitgehend friedlich. Gegen
Ende der Kundgebung wurden etwa 60 Personen festgenommen, die Agentur Ria
Nowosti spricht von 40 Personen.
Der ursprünglich am 15.12.2012
geplante Marsch der Freiheit sollte durch eine der großen Verkehrsadern Moskaus
zum Lubljanka-Platz, dem Sitz der Sicherheitsorgane, führen. Die städtischen
Behörden lehnten dies jedoch mit Hinweis auf verkehrstechnische Probleme kategorisch
ab. Die Demonstranten ihrerseits wollten hier, wo sich auch
der Solovjetzki-Gedenkstein für die Opfer des
Terrors befindet, ihre Kundgebung beenden.
So wurde aus dem Marsch der Freiheit
ein „Spaziergang“ zum Ljubjanka-Platz, an dem nach Angaben der Organisatoren
einige tausend Menschen trotz der Kälte von -18° teilnahmen. Die Polizei rief
zwar öffentlich dazu auf, sich nicht an der nicht genehmigten Kundgebung zu
beteiligen, hielt sich jedoch ansonsten zurück. Zu Festnahmen kam es erst gegen
Ende der Kundgebung, die um 18.00 Uhr beendet war.
Die festgenommenen Oppositionellen Udalzov, Jaschin,
Navaly und die Aktivistin Xenia Sobtschak wurden später auf wieder auf freien Fuß gesetzt, ohne
dass ihnen irgendetwas zur Last gelegt worden war.
Wir empfehlen in diesem Zusammenhang den Artikel "Russlands Chance", NZZ vom 22./23.12.2012